Grundlagen Investitionen

Grundregeln für Investitionen

Bei der Investition in Aktien im speziellen und bei Investitionen allgemein gibt es einige wenige Grundregeln. Investieren an der Börse ist keine Raketenwissenschaft und Du brauchst dafür nicht jahrelang studieren. Die meisten Menschen kennen diese Grundregeln nicht und erreichen deshalb keine guten Ergebnisse.

1. Diversifikation

Das ist mit Abstand die wichtigste Regel für die Investition in Aktien. Viele machen den Fehler und investieren ausschließlich in ein paar Aktien. Hierbei ist das Risiko sehr groß, dass ein Unternehmen pleitegeht und Du so den Großteil Deiner Investitionen wieder verlierst. Außerdem sollten Deine Investitionen auch nicht alleine auf ein einziges Land oder eine einzige Währung fokussiert sein. Dadurch riskierst Du wiederum bei einer nationalen Krise oder dem Zusammenbrechen einer Währung, dass Du einen Großteil Deines Geldes verlierst oder keine Rendite machst. Wer zum Beispiel vor 20 Jahren in die japanische Wirtschaft investiert hat, hat bis heute keine oder nur eine sehr geringe Rendite erzielt.

Daher solltest Du Deine Investitionen weltweit diversifizieren. Ein Beispiel dafür wäre zum Beispiel der Kursindex MSCI World. Damit kannst Du gleichzeitig in 23 Ländern und über 1500 Unternehmen investieren.

2. Buy-and-Hold

Ein weiteres Problem beim Investieren ist, dass viele Anleger andauernd bestimmte Aktien kaufen und verkaufen. Hierbei fallen neben hohen Transaktionskosten auch häufig noch Steuern an. Durch das aktive Handeln erzielen nach Berücksichtigung von Steuern und Transaktionskosten nur sehr wenige Investoren eine bessere Rendite als die passiven Buy-and-Hold-Anleger.

Daher solltest Du Dir eine bestimmte Strategie überlegen und diese dann durch stetiges Investieren umsetzen.

3. Antizyklisches Handeln

Bei der Aussicht auf einen hohen Gewinn scheint das Gehirn sich auszuschalten, sodass die Menschen nicht mehr richtig nachdenken. Die Börse läuft nicht geradlinig ab und steigt jedes Jahr konstant 7%. So kann es auch mal ein Jahr geben, in dem die Börse 20, 30 oder 40% Minus oder Plus macht. Leider investieren viele Menschen gerade an der Börse nach einem 40%-Kursanstieg, weil sie glauben, dass sich dieser Trend weiter fortsetzen wird. Tendenziell gibt es nach einem so starken Kursanstieg erstmal wieder eine Korrektur oder der Markt kann vor dem nächsten Crash stehen. Im Supermarkt achten alle Menschen darauf günstig einzukaufen, doch an der Börse machen sie das genaue Gegenteil. Kurz vor dem Crash 2000/2001 haben in Deutschland fast dreimal so viele Menschen Geld in Aktien investiert wie einige Jahre davor.

Es ist an der Börse nicht vorhersehbar, wann die Kurse steigen und wann die Kurse sinken werden. Wichtig ist zu verstehen, dass die Börse in Wellen verläuft. Einige Jahre steigt die Börse und einige Jahre fällt die Börse. So kann es durchaus sein, dass Du ein paar Jahre lang nur Verluste hast. Daher ist mein Tipp regelmäßig zu investieren, um nicht am ungünstigsten Zeitpunkt in den Markt einzusteigen. Dadurch verringern sich die Verlustperioden und Du profitierst von sinkenden Märkten, da Du von Deinem Geld mehr Anteile kaufen kannst.

4. Anlagehorizont

Aus den beiden vorgenannten Punkten ergibt sich ja bereits, dass es bei der Investition in Aktien auf einen langen Anlagehorizont ankommt. Viele machen den Fehler, dass sie Geld in Aktien investieren, welches sie in x Jahren zum Beispiel für den Bau eines Hauses benötigen. Du kannst bei Aktieninvestitionen nie genau wissen, wie hoch die Aktien zu einem bestimmten Zeitpunkt stehen werden. Bei der Investition in Aktien würde ich einen Anlagehorizont von Minimum 10 Jahren empfehlen. Mit steigendem Anlagehorizont sinkt das Risiko, dass Du keine oder nur eine sehr geringe Rendite erzielst. Je länger Du die Aktien hältst, desto näher wird die erzielte Rendite an der durchschnittlichen Aktienmarktrendite liegen. Aus diesem Grund eignen sich Aktien auch perfekt für die Altersvorsorge. Du hast einen sehr langen Anlagezeitraum und brauchst wahrscheinlich zum Renteneintritt nicht Dein gesamtes Geld.

Wichtig ist es, dass nur Geld investiert wird, dass in nächster Zeit nicht benötigt wird. Vorher solltest Du einen Sicherheitspuffer für alle Eventualitäten aufbauen und Deine Schulden zurückzahlen. Sonst wirst Du nämlich eventuell Deine Investitionen zu einem schlechten Zeitpunkt verkaufen müssen, da Du Geld für ein neues Auto benötigst.

5. Kostenreduktion

Bei der Investition ist es wichtig die Kosten niedrig zu halten. Banken, Versicherungen und Investmentgesellschaften verdienen Milliarden daran, dass sich die Investoren mit den Kosten der Anlageprodukte nicht genau auseinandersetzen. Hier gilt es eine Direktbank einer normalen Bank vorzuziehen, da diese deutlich niedrigere Kosten hat. Außerdem solltest Du keinen aktiv gemanagten Fonds wählen, da hier enorme Gebühren fällig sind und diese häufig auch noch schlechter als ein Vergleichsindex abschneiden. Bei 1% höheren Gebühren, einer Nettorendite von 6% und einer monatlichen Investition von 500€ haben wir hinterher einen Unterschied von knapp 200.000€ weniger. Aus diesem Grund sollte ausschließlich in passiv gemanagte Indexfonds (ETFs) investiert werden, da diese sehr geringe Kosten haben.

Wenn Du diese Punkte alle berücksichtigt, schneidest Du schon besser ab als 90% der Anleger.

Hast Du noch weitere Tipps, die berücksichtigt werden sollten?

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