Deutsche Bahn günstig fahren

Wie man mit Bahnfahren Geld verdient

Bahnfahren. Ist das nicht dieses teure Verkehrsmittel, welches später kommt als die Quellensteuerserstattung aus Italien?

Teuer muss nicht sein. Wie man es schafft, von der Deutschen Bahn für das Bahnfahren bezahlt zu werden, möchte ich euch in diesem kleinen Guide in 5 Kapiteln exemplarisch zeigen:

Kapitel 1. Ausgangslage

Ich möchte von Jena nach Bonn kommen, um dort meine Prüfungen zu schreiben. Flexpreis ist für eine Strecke mit BC 50 für mich zum Preis zwischen 50,50€-66,40€ zu erwerben. Kommt mir nicht in die Tüte. Also mindestens 102€ für Hin- und Rückfahrt. Viel zu Viel!

Kapitel 2. (Super-)Sparpreis für (Super-) Frugalisten

Weiß man schon vorher, dass man gewisse Strecken fahren muss, oder ist man am Tag flexibel, lohnt es sich den Sparpreis/Supersparpreis anzusehen. Was ist dabei der Unterschied, fragst du dich?

Sparpreis vs. Supersparpreis der Unterschied kurz erklärt
Bei beiden Tickets hast du im Vergleich zum Flexticket eine Zugbindung.Sprich der Zug der auf dem Ticket steht, muss auch genommen werden. Keine Angst, falls dein Zug deine Ankunft um 20min am Zielbahnhof verspäten lassen würde, ist diese aufgehoben. Dann kann man mit einem RE Ticket auch in den ICE einsteigen. 
Beim Sparpreis ist ab einer Strecke von 100km im IC/ ICE ein Busticket am Zielort meistens inkludiert. Beim Supersparpreis nicht. Es gibt noch einige Unterschiede, falls man in die erste Klasse umbuchen möchte.
Falls dich das Interessiert: Alle unterschiede findest du hier.

Oh Mehrwertsteuer oh Komme:

So kommt es, dass man zusammen mit der Mehrwertsteuersenkung auf einen Ticketpreis von:
13,40€ mit Bahncard oder 17,40€ ohne Bahncard, queer durch Deutschland, meist mit ICE kommt. Vorausgesetzt man bucht seine Reise gute 1-2 Monate vorher. Ich selbst bin letztes Jahr von Jena nach Bonn mit ICE für unschlagbare 14,90€ gefahren. 
14,90€ sind mir aber immer noch zu teuer!

Kapitel 3. Kaufe die 29€ für 25€

Würde der Investor sagen. Bei der DB kann man für 24€, 29€ Ticketguthaben kaufen. Diese Aktionen gibt es immer mal wieder. Dabei sind diese Geschenkkarten meist 5 Jahre gültig!
Ein Beispiel für Anfang des Jahres 2020 wäre Edeka. Es lohnt sich also damit einzudecken.

Allein dieser Rabatt führt zu einer Gesamtersparnis von 17,24% auf den Einkaufspreis. Ich habe meine Gutscheine bei einer Rewe Aktion gekauft. Dadurch konnte ich zusätzlich von Payback Punkten profitieren

Falls der Betrag nicht ausgeschöpft worden ist, bekommt man für den Restbetrag einen neuen Gutschein.

Wichtig:
Es gilt Gutschein vor E-Coupon. Apropos E-Coupon:

Kapitel 4. Der Couponkombinierer

Jetzt kommen wir zu den harten Sachen. Zwei bis dreimal im Jahr hat die DB zusammen mit Ferrero eine Coupon Aktion. Wie Anfang diesen Jahres: 

10€ E-Coupon gibt es in allen Hanuta und Duplo Aktionspackungen.
Mindestbestellwert ist 29,90€.

Sprich du fährst mit der Bahn beispielsweise:

14,90€ hin
16,70€ zurück
– 10€ E-Coupon
————
21,60€ oder 10,80€ pro Fahrt. Immer noch zu viel!

Ein Freundes Freund. 
Ich nehme auf der Fahrt nach Bonn einen Bekannten mit. Er hat keine Bahncard.

19,90€ Normaler Sparpreis
14,80€ Mein Sparpreis
= 34,70€ für die Hinfahrt.

Jetzt kommt der Clou. Da wir pro Strecke 2 Personen sind, kann ich auch 2 E-Coupons pro Strecke einlösen: 


34,70€
– 20,00€ (2x E- Coupon)
= 14,70€ für 2 Personen
oder 7,35€ pro Person

Bis jetzt habe ich von dem Bekannten aber noch gar kein Geld für die Fahrt bekommen. Ich finde es wichtig, Vorteile weiterzugeben. Schließlich möchte ich, dass er mit mir fährt. Ich habe 15€ genommen. Das war für ihn immer noch 4€ oder 21% günstiger als jede Alternative. Und merkt ihr was?

7,35€
-15€ Geld vom Bekannten.
—-
+7,65€
Ich bin mit meiner Fahrt ohne Verspätung im Geld! 

Nehmen wir an, wir bekommen nicht so ein günstiges Sparpreisticket. Wollen von Hamburg nach Frankfurt. Meins kostet 30€, das vom Bekannten 50€, wir vereinbaren einen Preis von 45€.

30€ Mein Ticket
50€ Bekannten
– 2x 25€ Gutschein (Wert 29€)
– 2x E-Coupon (Wert 10€)
—-
2€ Für beide Personen.
Gezahlt habe ich für beide Tickets 52€. (2×25€ Gutschein + 2€ Restbetrag)
Bekomme aber 45€.
→ 7€ für eine Fahrt.


Wer gedacht hätte, hier endet mein Optimierungswahn, den muss ich leider enttäuschen. Hier fängt der Spaß gerade erst an 🙂

Kapitel 5. Das totale Verspätungs- und Punktedesaster!

Man bedenke, im ersten Beispiel bin ich schon im Geld. Im Zweiten bin ich es spätestens, wenn die DB ihre größte Stärke ausspielt: DIE VERSPÄTUNG 

Wir nehmen weiterhin das teure Beispiel, Hamburg – Frankfurt an.

Bei der Deutschen Bahn bekommt man 25% erstattet, wenn die Verspätung mindestens 60 Minuten am Zielbahnhof beträgt. Wenn man 120min zu spät am Zielbahnhof ankommt, sind es schon 50%.

Warte? Wenn es jetzt eine Verspätung gibt, wird das nicht auf meine real gezahlten 7€ berechnet, sondern auf den Ticketpreis zuzüglich Gutscheinwert. (E-Coupons werden hierbei nicht beachtet)

Mit anderen Worten:
Ich komme 60min zu spät am Zielbahnhof an und bekomme 15€ zurück. Habe aber nur 7€ bezahlt.
(2×29 Wert des Gutscheins)+2€ Rest = 60€ davon 1/4 = 15€

7€ für die Fahrt
– 15€ 60min Verspätung
→ 8€ Verdient.

60min – Viel zu Viel Zeit!
Hier ein Kurzes How To – Wie Provoziere ich Verspätungen heraus, obwohl ich (fast) pünktlich bin.

Man nehme an, ihr wollt von Göttingen nach Bremen HBF.
Anstatt jetzt das Ticket zum HBF zu buchen. Könnt ihr es auch bis zu einem lokalen Bahnhof in Bremen buchen. Am besten einer, der in derselben Tarifzone liegt. 

Mahndorf würde sich anbieten. Dieser fährt ca. 15min später ab, als man am Bremer Hauptbahnhof ankommt.
→ Aus 15min werden 75min. → Erstattungsanspruch entsteht.
Da nur die Verspätung am Zielbahnhof zählt.
Mit der City+ Option sind meist viele Bahnhöfe dabei. Zusätzlich kommt man mit den Öffis nach Hause. 

Es gibt ein paar Hotspots bei der DB, bei denen die 15min so gut wie sicher sind. Hier wären zur Mittagszeit die Bahnhöfe Hamburg, Köln oder FFM besonders hervorzuheben. Manchmal macht es Sinn auch 1,20€ mehr für die nächste Tarifzone auszugeben, um dann eine höhere Erstattungschance zu haben. Dies ist regelrecht eine Option 😉

Folien vom Vortrag von David Kreisel „Bahn Mining“



Wir erinnern uns: 

7€ für die Fahrt
– 15€ durch ca. 15min  Verspätung
→ 8€ Verdient.

Punkte punkte!

Wir sind immer noch nicht am Ende unserer Ersparnis-Reise. Wir nehmen in unserem Beispiel an, dass wir die Gutscheine mit der Payback Kreditkarte gekauft haben. 

Die Paybackpunkte haben einen Gegenwert von 1- 6 Cent pro €, je nachdem für welche Prämien man diese einlöst. Auch die Fahrkarten werden davon gekauft. Wir rechnen hier aus Vereinfachungsgründen mit konservativen 0,01€ pro €.

Sprich 52€ (2×25€ Gutschein(Wert 29€)+ 2€ Kartenrestwert) x0,01= 0,52€

Supertipp: Es gibt immer wieder x Fach Punkten bei Payback. So kann man beispielsweise bei Rewe den Gutscheinkauf bis zu 15Fach multiplizieren.

Punkte Punkte die 2.

Man darf aber nicht vergessen, auch die DB hat ein Bahnbonusprogramm. Für jeden ausgegebenen Euro gibt es einen Status und Prämienpunkt. Die Prämienpunkte können ab 250 Punkte für einen 5€ Gutschein, ab 1.000 Punkte für eine Freifahrt verwendet werden. Diese können auch mal mehr wert sein.

Beim Buchungsvorgang immer Häkchen setzen



5€/250 = 0,02€ je Punkt.

Wir sammeln in diesem Fall aber nicht nur auf unserem Fahrkartenwert Bonuspunkte. Sondern auf den Gesamtfahrkartenwert!

Sprich in unserem Beispiel:
Meine Karte 30€
Karte vom Bekannten 50€
→ 80 Bahnbonuspunkte
→ 1,60€

Oder 6 solcher Fahrten, hin und zurück und man hat sich schon allein von den Bonuspunkten eine Freifahrt erarbeitet! 

Das ergibt zum Schluss: 

→ 8€ Verdient (Ohne Punkte)
+ 0,52€ Paybackpunkte Wert
+1,60€ Bahnbonuspunkte Wert

10,12€ Verdient mit einer Fahrt!


Abschließende Worte:
Natürlich ist es nicht immer möglich, den Verspätungstrick anzuwenden, wiederum kann dieser in manchen Fällen 1-2€ kosten. Auch habe ich von Erzählungen mir sagen lassen, dass die DB manchmal auch pünktlich kommen solle.

Dennoch zeigt es hier auf, welches Optimierungspotenzial es bei der Deutschen Bahn gibt. Das Beste daran: DU kannst es auch! Anfang des Jahres startet wieder die E-Coupon Aktion

Du brauchst nur: 
– Payback Kreditkarte
– Hanuta-Duplo E-Coupon
– Bahncard / Bahnbonuscard

Über den Autor:

Pascal Weichert beschäftigt sich leidenschaftlich mit Finanzen, studiert an einer Fernuni Wirtschaftsinformatik. Nebenbei bietet er seine Expertise im SEO/SEA Bereich mittelständischen Unternehmen an. Auch ist er gerade mit einem Geschäftspartner dabei eine Digitale Baudienstleistungsagentur aufzubauen.

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4 Kommentare

  • Das man nach Sparpotential sucht, ist eine Sache. Das System durch „provozierte Verspätungen“ auszunutzen, um dadurch Plus zu machen (in geringen Dimensionen) eine Andere.

    Man mag über die moralischen Einwände hinweg lachen, aber letztlich müssen die anderen Kunden diese Masche bezahlen.
    Das ist sicher der fies-reiche Banker in der ersten Klasse. Aber auch die Oma, die keine Ahnung hat vom Buchungssystem, oder die Familie, mit wenig zeitlicher Flexibilität beim Ticketkauf. Die 15€ vom Bekannten mal außen vor gelassen.

    Klar, alles rechtmäßig und von der Bahn auch so zugelassen. Man muss auch nicht gleich zum Philanthropen werden. Aus meiner Sicht ist diese Masche jedoch nicht korrekt und menschlich fragwürdig.

    Friedrich

    • Pascal Weichert

      Hallo Friedrich,

      erstmal danke für deine Anregungen. Dieser Artikel soll das Maximal machbare aufzeigen. Wie weit man geht, entscheidet jeder zum Glück selbst 🙂

      Der Verspätungstrick funktioniert nur, wenn bei der Deutschen Bahn wirklich Verspätungen anfallen. Sprich wenn die DB Pünktlich kommt, wird es günstiger für die Bahn. Welches anreize setzt, die Pünktlichkeit und damit auch den Service der Bahn zu verbessern.

      Wenn du nächstes mal eine Familie siehst, die wenig Geld hat. Die gerne Reisen würde. Würde ich mich freuen, wenn du diesen Artikel der Familie schicken würdest. So kannst du auch Familien die es benötigen, ermöglichen zu Reisen. Danke 🙂

      Im übrigen halte ich, egal ob es der „böse Ausländer“ oder der „fiese Banker“ ist, es für moralisch und menschlich höchst bedenklich Menschen vorzuverurteilen. Ansonsten kann ich deine Anmerkung natürlich verstehen.

      Gruß,
      Pascal

  • Hallo,
    schöne Zusammenstellung. Bahnfahren ist, im Fernverkehr, dank Sparpreise meiner Meinung nach schon sehr günstig. Zumindest sofern man alleine reist.

    Im Nahverkehr könnte es für Pendler und Gelegenheitsfahrer günstiger sein, aber man kommt mit etwas Planung für eine schmale Mark durchs Land mit den Sparpreisen.

    Punkte sammel ich auch, die nutze ich dann für die Gelegenheiten in welchen es kein günstiges Ticket gibt.

    Der große Vorteil ist aber nichtmal der Preis, sondern die Zeit. In der Zeit kann ich die Zeit produktiv nutzen. Es gibt gerade genug Internet um mal etwas nachzuschauen, zu wenig um sich ablenken zu lassen. Ich nutze die Zeit immer zum Programmieren. Teilweise sind mir die Bahnfahrten schon zu kurz. 🙂

    Das ist denke der größte Preisvorteil, da ich die Zeit sinnvoll nutzen kann.

    Gruß
    Fuseboroto

    • Pascal Weichert

      Hey Fuseboroto,

      sehe ich genauso, bis zu dem Moment in dem ich immer wieder bemerke, dass Google ADS, Analytics und co. alles Onlineprogramme sind 😀
      (Oder dass ich die Webseiten mit PhpStorm mal wieder nicht Synchronisiert hatte, als ich zuhause war)
      Zugegebenermaße dafür kann die DB in diesen Fall wirklich wenig. 🙂 Aber du hast voll und ganz recht.

      Gruß,
      Pascal

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