Tesla Model 3

Tesla – Der geheime und MASSIV unterschätzte Wettbewerbsvorteil (Grund für meine Investition)

Ich bin verrückt geworden. So ist vermutlich die Meinung der meisten Menschen, als sie von meiner Investition in Tesla erfahren haben. Deswegen möchte ich heute beschreiben, was der Hauptgrund für meine Investition war.

Einleitung

Als ich in Tesla investiert habe, hat auch einer meiner Bloggerkollegen (Stefans Börsenblog) Tesla-Aktien gekauft und zwei sehr gute und ausführliche Beiträge dazu geschrieben (Beitrag 1 & Beitrag 2).

In den Kommentaren zu seinen Beiträgen wird eines deutlich:

Entweder bist Du von Tesla überzeugt und glaubst an die goldene Zukunft

ODER

Du glaubst Tesla ist massiv überbewertet und morgen pleite.

Genau diese beiden „Lager“ findest Du eigentlich bei jedem Artikel, Video oder Bericht zu Tesla. Du bist Tesla-Fan oder Tesla-Hater.

Es scheint niemanden zu geben, der Tesla gegenüber neutral ist oder keine feste Meinung hat. Tesla polarisiert unter den Aktionären stärker als jedes andere Unternehmen auf der ganzen Welt. Oder besser formuliert: Elon Musk polarisiert!

Eine sachliche Diskussion zu Tesla…

Genau aus diesem Grund wollte ich eigentlich zuerst gar keinen Beitrag schreiben. Es gibt bereits so viele gute Blogs, die dieses Thema ausführlich behandelt haben. So zum Beispiel die Artikel von Stefan (Stefans Börsenblog), Jonathan (AlleAktien) oder Mario Herger (Der letzte Führerscheinneuling…) zu Tesla.

Die drei (und alle anderen, die positiv über Tesla berichten) müssen mit massivem Gegenwind rechnen. Egal wie gut die Artikel recherchiert sind und egal wie viele Zahlen und Fakten die eigenen Aussagen untermauern. Die Tesla-Hater erklären die Autoren für dumm und prophezeien die nächste Pleite in wenigen Monaten. Und das schon seit über 10 Jahren.

Darum möchte ich aus meiner Sicht den fundamentalen Wettbewerbsvorteil darstellen:

Wo liegt der Fokus des Unternehmens?

Zur Erklärung dieses Punktes muss ich etwas weiter ausholen:

Seit vielen Jahren spiele ich bereits Tischtennis im Verein und habe bereits hunderte Wettkampfspiele absolviert. Tischtennis ist als Einzelsportart besonders abhängig von deiner eigenen Leistung. Wenn Du einen schlechten Tag hast, dann kannst Du haushoch gegen deutlich schlechtere Gegner verlieren. Niemand wird Deine schlechte Leistung auffangen können. Ganz im Gegenteil zum Fußball oder anderen Teamsportarten, wo ein einzelner Spieler katastrophal spielen und die Mannschaft trotzdem noch gewinnen kann.

Aus diesem Grund ist Deine mentale Stärke beim Tischtennis sehr oft spielentscheidend. Stell Dir vor Du spielst gegen einen gleichstarken Gegner. Die Sätze vorher waren alle sehr eng. Es steht jetzt 2:2 in Sätzen und 9:9 in Punkten. Die nächsten beiden Punkte entscheiden darüber, ob Du das Spiel verlierst oder gewinnst. Daher ist die Anspannung auch entsprechend groß. Wie musst Du an diese Situation herangehen, damit Du das Spiel gewinnst? Auf welche Art und Weise musst Du denken?

Variante 1: Du spielst auf Sicherheit. Bei den Aufschlägen machst Du etwas weniger Schnitt rein, damit sie auch sicher auf den Tisch kommen. Statt offensiv zu spielen und anzugreifen, spielst Du defensiv und versuchst den Ball einfach nur auf dem Tisch zu halten. Dir ist es wichtig keine Fehler zu machen. Du gehst deswegen keine Risiken ein.

Dein Fokus: Du spielst, um nicht zu verlieren.

Ich konzentriert beim Aufschlag.

Variante 2: Du spielst offensiv und gehst Risiken ein. Bei dem Aufschlag konzentrierst Du Dich ganz besonders, um maximalen Schnitt in den Aufschlag zu packen. Du bereitest Deinen Topspin vor und versuchst den Gegner mit offensiven/aggressiven Schlägen zu Fehlern zu zwingen. Auch wenn es risikoreicher ist, nutzt Du Chancen um anzugreifen.

Dein Fokus: Du spielst, um zu gewinnen.

Was denkst Du ist wohl die bessere Herangehensweise? Na klar: Variante 2.

Wenn ich in engen Spielen meinen Fokus auf das Nicht-Verlieren hatte, habe ich 70 -90 % der Spiele verloren. Wenn ich dagegen meinen Fokus aufs Gewinnen gerichtet habe, habe ich auch 70 – 90 % der Spiele gewonnen.

Auch wenn Du mir das vielleicht nicht glauben magst, aber der Unterschied ist wirklich so frappierend. Die mentale Stärke macht in knappen Spielen den Großteil des Ergebnisses aus.

Tischtennis, Tesla & die Automobilindustrie

Doch was bedeutet das übertragen auf Tesla und die Automobilindustrie?

Die Automobilindustrie ist die letzten Jahrzehnte wegen der hohen Einstiegshürden (z.B. hoher Kapitalbedarf, zyklisches Geschäft, viel erforderlichem Wissen) von Konkurrenz und Disruptionen größtenteils verschont geblieben. In den nächsten 10 Jahren wird sich die Automobilindustrie durch mehrere Disruptionen (z. B. Elektromobilität und autonomes Fahren) stärker verändern als in den letzten 100 Jahren zusammen.

Die nächsten 10 Jahre werden aufgrund der Veränderungen also deutlich kompetitiver und schwieriger für die gesamte Automobilindustrie. In meiner Sportmetapher vergleichbar mit einem knappen und schwierigen Tischtennisspiel.

Was ist Teslas Fokus?

Tesla ist angetreten, um zu gewinnen. Elon Musks Vision ist es den Übergang von den alten Verbrennertechnologien auf neue regenerative Technologien zu beschleunigen. Koste es, was es wolle. Sie setzen alles auf eine Karte (Elektrofahrzeuge, Solaranlagen, Energiespeicher), gehen Risiken ein und haben eine große Vision für die Zukunft.

Seit über 10 Jahren fokussieren sie sich bereits darauf Elektrofahrzeuge für den Massenmarkt zu produzieren und werden dabei erkennbar von Jahr zu Jahr besser. Jedes Jahr werden die Batterien effizienter, es werden immer mehr Fahrzeuge produziert und abgesetzt und die Reichweite der Autos erhöht sich stetig. Tesla baut seine eigenen Batterien, hat ein eigenes weltweites Ladenetzwerk, vertreibt die Autos online und über das eigene Händlernetzwerk, spielt regelmäßig Software-Updates Over-the-Air (ohne Werkstattbesuch) auf die Autos und hat bereits die Hardware für das autonome Fahren in hunderttausenden Fahrzeugen.

Wettbewerbsvorteil: Das Tesla-Charge-Netzwerk

Tesla ist angetreten, um den Automobilmarkt zu revolutionieren. Sie sind angetreten, um zu gewinnen. Ohne Rücksicht auf die „alte“ Verbrenner- und Autoindustrie. Sie haben nichts zu verlieren.

Was ist der Fokus der deutschen Automobilindustrie?

Wie sieht es bei den deutschen Automobilbauern aus? Mit welcher Intention und welchem Fokus erschaffen sie ihre eigene Zukunft? Wie bereiten sie sich auf die großen Veränderungen und Disruptionen in ihrer Branche vor?

Bis vor wenigen Jahren haben sich die meisten großen Automobilkonzerne in Deutschland noch über Tesla und Elektroautos im Allgemeinen lustig gemacht.

Die Autokonzerne erklärten:

„Diesel und Benziner Autos seien auch noch die nächsten Jahrzehnte die beste Technologie und Elektroautos würden sich nicht durchsetzen.“

Autokonzerne

Tesla hat die weltweite Automobilindustrie durch ihre Entwicklungen in Zugzwang gebracht. Sie wurden zu groß und zu gut, um weiter ignoriert zu werden. Widerwillig haben die großen Autokonzerne eingesehen, dass sie wohl auch Elektroautos entwickeln und bauen müssen. Mittlerweile hat jeder große Autohersteller daher mehrere Elektroautos in Planung und in der Entwicklung.

Sie befinden sich allerdings in einer Art Zwickmühle:

Ihr gesamtes Geschäftsmodell und Unternehmen ist auf die Entwicklung und den Bau von Verbrennerautos ausgerichtet. Dazu wurden in den letzten Jahren etliche Milliarden Euro in Anlagen, Verbrenner-Forschung und die Spezialisierung von Mitarbeitern auf den Bau von Verbrennungsfahrzeugen investiert. Mit der Weiterentwicklung von Elektroautos bekämpfen sie sich quasi selbst. Sobald Elektroautos deutlich besser und günstiger als Verbrennungsautos sind, zerstören sie ihr aktuelles Geschäftsmodell.

Achtung: Sackgasse

Für die alten Automobilkonzerne steht viel auf dem Spiel. Sie haben viel mehr zu verlieren, als zu gewinnen. Deswegen haben die Unternehmen auch so lange gezögert in die E-Mobilität zu investieren und hier die Entwicklung voranzutreiben.

Die deutschen Automobilkonzerne sehen sich gezwungen zu handeln und versuchen irgendwie die Veränderungen der nächsten Jahre zu überleben. Nicht diese als führende Unternehmen mitzugestalten. Vom autonomen Fahren brauchen wir hier bei den deutschen Automobilkonzernen gar nicht zu reden.

Die deutsche Automobilindustrie ist (mental) angetreten, um nicht zu verlieren.

Mein Fazit

Wer wird wohl die nächsten Jahre als Unternehmen florieren?

Tesla, die angetreten sind um zu gewinnen und ohne Rücksicht auf Verluste die Automobilbranche revolutionieren oder die deutschen Hersteller, die Angst haben ihr aktuelles Geschäftsmodell kaputt zu machen und ihren Fokus darauf haben nicht zu verlieren?

Ich denke die Antwort dürfte klar sein. Sie ist es zumindest für mich.

Stand Juni 2019 ist mir KEIN EINZIGES Auto bekannt, dass von der Reichweite her mit dem in 2012 produzierten Tesla Modell S konkurrieren kann. KEIN EINZIGES.

Und das Auto von Tesla ist jetzt 7 Jahren alt, was in unserer schnelllebigen hochtechnologischen Zeit eine Ewigkeit ist. Ich kann mir kein Szenario vorstellen, in dem die alten Automobilkonzerne diesen Vorsprung einholen können. Selbst mit massiven Investitionen in mehrstelliger Milliardenhöhe. Die Erfahrungen und das Wissen aus 10 Jahre Forschung und Entwicklung kannst Du Dir nicht einfach einkaufen. Wenn es für die großen Automobilkonzerne so einfach wäre gute Elektroautos zu bauen (wie es gerne von Tesla-Kritikern behauptet wird), dann hätten sie es doch schon gemacht. Oder?

Aus meiner Sicht ist der Vorsprung beim autonomen Fahren sogar noch viel größer. Tesla entwickelt hierfür einen eigenen Computerchip und rüstet jedes neu produzierte Fahrzeug mit der vollständigen Hardware für autonomes Fahren aus. Durch die Flottendaten können sie mit Millionen Kilometern an echten Daten  ihren Algorithmus trainieren und immer weiter verbessern. In Deutschland wird (wenn überhaupt) mit weniger Fahrzeugen in „einfacheren“ Situationen das autonome Fahren trainiert.

Ist Tesla wirklich so risikoreich?

Ich höre regelmäßig, dass Tesla demnächst pleite sein wird und ich mein ganzes investiertes Geld verlieren werde. Schließlich haben sie im ersten Quartal 2019 einen großen Verlust eingefahren und könnten angeblich niemals profitabel sein. Mittlerweile bin ich da ganz entspannt. Schließlich kostet der Aufbau von Fabriken und die Erforschung von neuen Technologien erstmal viel Geld, bevor wieder Geld in die Kassen des Unternehmens gespült wird. Da sollte nicht auf Teufel komm raus versucht werden jedes Quartal einen Gewinn zu erwirtschaften und dafür die Geschwindigkeit der Innovation zu verringern.

Tesla Chart
Quelle: Comdirect

Ich habe Tesla im Durchschnitt für 190 € je Aktie gekauft. Aus meiner Sicht kann sich das Unternehmen im Worst-Case maximal halbieren. Vorher wird ein anderes Unternehmen kommen und die wertvolle Erfahrung und Technologie aufkaufen.

Im besten Fall kann Tesla in den nächsten 5 Jahren zum wertvollsten Automobilunternehmen der Welt werden und sich vervielfachen. Die Zukunft wird zeigen, was passiert.

Was hältst Du von Tesla? Würdest Du in das Unternehmen investieren? Wie denkst Du wird sich die Automobilbranche allgemein entwickeln? Wo werden die deutschen Autokonzerne in Zukunft stehen?

PS: Ich bitte um sachliche Diskussion mit Fakten und Erklärungen, warum Du etwas aus einer anderen Sicht siehst. Würde mich mal über eine konstruktive ( gerne auch kritische) Diskussion über Tesla freuen.

Rechtlicher Hinweis:

Es sollte eigentlich schon aus meinem Beitrag hervorgehen, aber hier nochmal der offizielle rechtliche Disclaimer:

Der Autor ist in Aktien des Unternehmens Tesla investiert.

10 Kommentare

  • Meiner Meinung nach ist Tesla mehr Schein als Sein. Die eigentliche Batterietechnik stammt zu guten Teilen vom Partner Panasonic. Die Expertise von Tesla in diesem Bereich sehe ich eher im Bereich Batteriemanagement. Daher sehe ich es auch skeptisch wenn Tesla nun eigene Zellen fertigen will. Zudem scheint mir die Technik auch mehr oder weniger „ausgelutscht“. Im Bereich der Batteriezellen gab es in letzter Zeit kaum nennenswerte Verbesserungen der Energiedichte. Man hat hauptsächlich die Batteriepacks und das Batteriemanagement weiter optimiert und da hat Tesla durchaus gute Arbeit geleistet, aber um ohne Subventionen hohen Reichweite bieten zu können reicht das nicht aus, dafür braucht es Batteriezellen mit höherer Dichte und in diesem Bereich hört man von Tesla erstaunlich wenig.
    Auch bei autonomen Fahren sehe ich den Tesla-Weg eher skeptisch. Die Entscheidung auf Lidar zu verzichten ist für mich eine Quick&Dirty-Lösung. Sie verspricht zwar schneller Erfolge, reicht aber nicht aus um letztendlich ein sicheres Fahren auch unter widrigen Bedingungen gewährleisten zu können.
    Auch von der eigenen Chipentwicklung halte ich nicht viel. Hochleistungschips zu entwickeln und zu fertigen ist sehr teuer und lohnt sich erst bei sehr hohen Stückzahlen. Daher ist es sinnvoller so etwas von Zulieferern einzukaufen und dann nur die Software selbst zu entwickeln.

    Auch Teslas Finanzen sehe ich kritisch. Sie haben in den letzten 2-3 Jahren überwiegend Verluste gemacht und das trotz kräftiger Subventionen und guter Konjunktur. Ohne immer wieder neue Finanzspritzen wären sie trotzdem schon lange Pleite. In Zeiten von extrem viel billigem Geld ist es recht einfach an diese zu kommen, aber bei der nächsten Rezession dürfte sich das sehr schnell ändern und dann sehe ich nicht wie Tesla sich über Wasser halten will.

  • Hi,
    Bei solchen Geldanlagen würde ich das Wort „Investition“ (für mich selbst) weglassen. Denn es ist (ich denke auch bei dir) eine Spekulation. Und das erfordert auch entsprechend anderen Umgang:
    Investition: Zeit ist mein Trumpf; durch relativ geringe Risiken und steigende Gewinne sitze ich Kursschwankungen aus. Es ergibt sich über die Gesamtanlagedauer und das gesamte Depot ein positiver (rendite-)Erwartungswert den ich so systematisch ausnutze und wiederholt anwenden kann. Das ganze System (System ist der Knackpunkt) fußt auf dem geringen Risiko und steigenden Unternehmensgewinnen.

    Spekulation:
    Ich beobachte einen möglichen „game changer“ oder „turn around“, damit ein raketenartiges Kurspotenzial. Jedoch nicht den zeitlichen Rahmen. Ich weiß nicht ob der game Changer heute, dieses Jahr, in 5 oder gar nicht aktiviert wird. Entsprechend ist mein Erwartungswert, wenn ich hier versuche zu investieren: wie im Casino. Dahinter wäre kein System und langfristig bei mehreren versuchen ein entsprechender Erwartungswert. Um hier einen positiven EW zu erreichen muss ich spekulieren und mich dabei an der Markttechnik halten, sogar einen Ausstiegspunkt haben sollte der game changer nicht aktiv werden. Sonst endet das System im Verlust.
    Konkret auf Tesla angewendet bedeutet dies für mich: aktuell ist die Marktkapitalisierung ~40mrd USD. Ziel sollte dein beschriebenes Szenario eintreten wären 200-500mrd USD. Ich beobachte also den Markt, wann die Aktie sich (größer) zu bewegen beginnt. Eine verzehnfachung geschieht nicht von heute auf morgen. Dann steige ich ein, denn dann begrenzen ich das zeitliche Risiko und auch das „geschieht es überhaupt?“ Risiko. Ganz neben bei lasse ich subjektive Eindrücke und Gefühle außen vor. Nachteil ist, dass die ersten 20-50% Rendite dabei verloren gehen.
    Denn im Gegensatz zum Tischtennis und zu Tesla an sich, gilt für den Investor das Motto: Risiko hoch und Spiel auf Angriff nicht. Totalausfälle, Depotleichen und FehlSpekulationen beeinträchtigen das Endergebnis in einem konzentrierten Depot unaufholbar.
    Oder wie Buffet sagt: Regel 1 ist verliere niemals Geld. Regel 2: vergiss Regel Nr 1 nicht.
    Warum nicht auch die Mittel der Spekulation nutzen? Solange man systematische Ansätze verfolgt gewinnt man an der Börse. Verlieren wird immer dann wahrscheinlich, wenn man ein System verlässt oder versucht 2 zu mischen. Deshalb frage ich mich vor jedem Kauf (und Verkauf) ob das Ergebnis replizierbar ist und an mir lag, oder ob es der Zufall war/ ist. Entsprechende Überprüfungsfrage für Tesla wäre dann an den Investor/ Spekulant: finde ich in meinem System eine „zweite“ Tesla mit der ich den Erfolg wiederholen könnte?
    Lautet die Antwort ja, dann hat man ein System. Bei Nein ist der Erfolg eher zufällig.
    Soweit von mir etwas systematisches. Zu Tesla verlassen die Diskussionen zu häufig die Sachlage und haben dann auch selten noch einen Mehrwert (sieht man an den Kommentaren z.B. bei Stefans Blogeintrag)
    Grüße

  • Für mich ist Tesla nichts. Gut möglich, dass andere Automobilhersteller im Pleite-Fall ein Teil der Technologie (Batterie, Assistenzsysteme etc) käuflich erwerben möchten. Die Übernahme der ganzen Firma halte ich für unwahrscheinlich. Die großen Automobilhersteller haben gerade zu kämpfen, viel Geld für Firmenkäufe bleibt da nicht. Zumal die großen Hersteller selbst E-Autos bauen. Die Pleite von Tesla würde die Marktsituation ggf. entspannen.

  • Ich habe selbst Tesla-Aktien und hoffe daher, dass sich Tesla am Ende gegen die Automobil-Dinos durchsetzen wird. Allerdings finde ich deine „Analyse“ ziemlich rosarot. Auch ich glaube nicht an eine drohende Pleite von Tesla. Meiner Meinung nach haben sie gute Chancen eine gewichtige Rolle im Automobilmarkt der Zukunft zu spielen.
    Allerdings glaube ich nicht, dass der technologische Vorsprung so uneinholbar ist. Ich halte rein gar nichts von Volkswagen, jedoch muss ich anerkennen, dass sie anscheinend als einziger deutscher Autobauer erkannt haben, dass man das Thema eMobilität ernst nehmen muss. Sie stehen natürlich vor Problemen, besonders hinsichtlich der Akkubeschaffung. Man wird die Probleme lösen.
    Stichwort autonomes Fahren: Das was Tesla derzeit in seinen Fahrzeugen hat, wird nie für wirkliches autonomes Fahren reichen. Da können sie Daten sammeln wie sie wollen und Chips entwickeln wie sie wollen. Es sind derzeit einfach zu wenige Sensoren verbaut. Sieh dir an, was Waymo macht. Die sind Tesla in Sachen autonomes Fahren meilenweit voraus.

    Alles in allem ist der Kauf von Tesla-Aktien keine Investition, sondern eine reine Spekulation. Ich hoffe für dich und mich, dass wir die Wette gewinnen! 🙂

  • Guter Beitrag, den ich sofort unterschreiben würde! Ich fahre seit 5 Jahren Tesla, bin auch Shareholder, wenn auch im bescheidenem Ausmaß. Einer der größten Vorteile und Werte , neben den phantastischem Auto, ist die eigene Ladestruktur. VW, BMW und Daimler wurde schon vor 8 Jahren der Vorschlag von Tesla gemacht, gemeinsam diese aufzubauen – das Gelächter würde ich den damaligen Verantwortlichen gern heute v3orspielen…

  • Die technische Überlegenheit von Tesla ist geringer als vielfach dargestellt, dessen solltest Du Dir bewußt sein. Sie haben hauptsächlich beim Konsumenten den First-Mover-Bonus. Die Physik des Gesamtsystems Batterie/Inverter/Elektromotor kann auch Tesla nicht überlisten. Beispiel Reichweite: Es sollte selbstverständlich sein, diese in Relation zur Größe der Batterie zu bewerten. Wenn ich eine 100kWh Batterie verbaue (Model S max. Reichweite, Version 2019) und ca. 610km weit fahren kann, ist das ja nett. Sagt aber nix aus. Man vergleiche z.B. den Hyundai Kona, der aus 64kWh im Standardzyklus 480km Reichweite abliefert: 7.5km/kWh statt 6.1km/kWh. Und das aktuelle Tesla Model 3 Long Range mit 75kWh Batterie und bis zu 560km Reichweite landet wo? Eben, bei 7.5km/kWh. Auch die Zahlen im realen Betrieb (statt des Messzyklus) sind übrigens gleichauf. Leichtbau beherrschen andere nämlich auch und den Wirkungsgrad von Elektromotoren wirst du nur schwer steigern können. Das Spiel kannst Du jetzt für alle E-Auto-Modelle durchziehen, und wenn Du vernünftig „normalisierst“, um nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen, liegt das Feld technisch betrachtet ganz dicht zusammen.

  • Super geschrieben! 🙂

    Viele Grüße
    Bojan Besinger

  • Tesla ist mit dem Auto-Pilot auf Level 2 Automation. Sowie BMW und viele andere auch. Sie haben als „Marketing-Gag“ schon die Chips für die nächsten Levels verbaut.

    Im Jahr 2018 wurden bei Tesla USD 1,5 Mrd. für Forschung & Entwicklung aufgewendet. Der Volkswagen Konzern konnte im selben Zeitraum EUR 13,6 Mrd. aufwenden. Bei BMW waren es EUR 6,9 Mrd. Es ist aus meiner Sicht ziemlich naiv zu glauben, dass Tesla hier irgendeinen Vorsprung beim automatisierten Fahren hätte. Von Waymo habe ich da noch gar nicht gesprochen. Die Mitarbeiter bei Tesla sind sicher nicht 5-12x schlauer als die Konkurrenz. Telsa ist allenfalls im Marketing führend.

    Die Forschung & Entwicklung kostet sehr viel Geld. Und Tesla hat kein Geld. Es geht hier auch nicht darum, wer das beste Auto baut. Ein Ferrari ist auch ein tolles Auto. Wir sind nicht beim Autoquartett. Es geht darum, wer ein Auto am profitabelsten bauen kann. Tesla kann es seit Unternehmensgründung (2003) nicht.

  • Auch ich denke das du Tesla zu positiv bewertest. Der technologische Vorsprung ist meines Erachtens gut verkauft, aber mal ehrlich was hat Tesla so viel voraus? Die Batterien werden von Panasonic gehalten und das autonome Fahren liegt auch noch in ferner Zukunft. Zudem sehe ich die E-Mobilität nicht als Zukunft an, es ist mindestens genauso Schmutzig als unsere Verbrenner (Lyzeum Gewinnung für die Batterien z.B.) und es muss eine ganz neue Infrastruktur für die „Betankung“ geschaffen werden. An dieser stelle sehe ich Wasserstoff um weiten zukunftsfähiger.

    An sich ist Tesla auch bilanztechnisch gesehen schon eine üble Nummer, bei der aktuellen Verschuldung und bald benötigten neuen Finanzspritze ist die frage doch, wann bzw. wie viele Autos müssen verkauft werden um Rentabel zu wirtschaften? Für mich macht das Unternehmen (vor allem Elon Musk) zu viele „Huschifuschi“ aussagen. Angeblich gibt es so eine enorme nachfrage an Tesla´s und man käme fast nicht hinter her und dann gibt es Rabattaktionen und Lieferzeiten Teils unter einer Woche, passt i-wie nicht ganz zusammen.

    Ich wünsch dir trotzdem viel Erfolg evtl. irre ich mich auch. 🙂

    Zu dem Thema gibt es übrigens bei Wertpapier Forum ein stark diskutierten Thread, hier gibt es einige was von den „Fanboys“ als FUD abgetan wird aber so richtig entkräften können sie es auch nicht.

    • finanziell-frei-mit-30.de

      Danke Dir für Deinen Kommentar. Vieles ist vermutlich auch Ansisichtssache. Aus meiner Sicht ist Tesla im Bereich Elektroautos einer der führenden Hersteller und konnte immer mehr Autos verkaufen, als sie produzieren konnten. Und das komplett ohne Geld für Werbung auszugeben!
      Auch das Thema Autonome Fahren wird schneller kommen, als die meisten denken. Bereits jetzt gibt es in den USA autonome Taxiflotten von Waymo. Die fahren dort jetzt bereits dort herum. Natürlich wird es Deutschland und Europa wieder ausbremsen, weil die lokale Wirtschaft geschützt werden soll und die Deutschen generell lieber auf Sicherheit spielen.

      Den Beitrag im Wertpapierforum muss ich mir mal anschauen.

      Schöne Grüße
      Dominik

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