Corona-Virus – Das Spiel der Medien mit der Angst

Ich habe versucht den Corona-Virus vollkommen zu ignorieren. Seit vielen Jahren schaue ich kein Fernsehen, lese keine Zeitung und halte mich von jeglichen Nachrichten fern. Und trotz alledem bin ich an dem Corona-Virus nicht vorbeigekommen. Mein Facebook-Feed war voll von Nachrichten und Kommentaren.

Ich wollte auf keinen Fall über den Corona-Virus etwas schreiben und dadurch das Thema noch größer machen. Heute hatte ich allerdings einige ungewöhnliche Gedanken und Perspektiven, die bisher so noch nicht geteilt wurden.

Medien und Angst

Aus meiner Sicht verbreiten die Nachrichten gerade nur Angst, Verunsicherung und Panik. Durch die Evolution sind wir Menschen für schlechte und potentiell gefährliche Nachrichten viel empfänglicher. Nur eine verpasste gefährliche Information (ein Rascheln im Busch), hätte uns das Leben kosten können. Deswegen hängen viele Menschen gerade wie gebannt vor den Nachrichten und lesen jede neue Information. Es gibt dem Zuschauer die Illusion der Kontrolle. So als könntest Du dich durch die neuen Nachrichten besonders gut schützen oder etwas wichtiges neues über den Virus erfahren.

Das war für mich jetzt keine neue Erkenntnis. Ich fand es allerdings spannend zu beobachten, wie die Verunsicherung und Angst immer mehr Menschen in meinem Umfeld fesselt. Und auch wenn ich versuche entspannt zu bleiben, merke ich wie die Angst und Nervosität meiner Mitmenschen sich auf mich überträgt. Es ist schwer die Fassung zu bewahren, wenn alle um Dich herum durchdrehen und Du die Verunsicherung von ihnen fühlst.

Normalerweise erfahre ich fast nichts aus den Medien. Doch heute war es wirklich extrem. Alle haben über den Corona-Virus und die aktuellen Entwicklungen gesprochen. Ich habe noch nie so viel Verunsicherung und Angst in meinem Umfeld gespürt. Heute ist mir bewusst geworden, wie die Medien bewusst Ängste schüren, um ihre Kunden abhängig zu machen. Wie aus einer Mücke ein Elefant gemacht wird, damit möglichst viel Geld generiert wird.

Die Angst ist die Gefahr, nicht der Virus

Natürlich ist es sinnvoll Gegenmaßnahmen zu ergreifen und die Ausbreitung des Viruses zu verlangsamen oder zu stoppen. Aus meiner Sicht ist diese Angstmacherei rund um den Virus allerdings viel gefährlicher als der Virus selbst. Angst schwächt das Immunsystem. Die Angst sorgt dafür, dass Du ständig in Alarmbereitschaft bist und nicht wirklich abschalten kannst. Du bist in einem Überlebenskampf und siehst überall potentielle Gefahren.

Auch wenn ich es nicht beweisen kann, bin ich fest davon überzeugt, dass durch die Angstmacherei und die damit einhergehende Schwächung des Immunsystems mehr Menschen sterben, als durch den Virus selbst.

Und nur um den Corona-Virus mal in Perspektive zu setzen:

Bisher (Stand 13.03.2020) sind weltweit rund 5.000 Menschen an dem Corona-Virus gestorben. Viele der Todesopfer waren bereits älter oder durch eine andere Krankheit geschwächt.

Gleichzeitig sterben jedes Jahr 5.000.000 Kinder unter 5 Jahren an verschiedenen Krankheiten. Über die Hälfte der Tode könnten durch einfache Maßnahmen verhindert werden. Die meisten sterben, weil sie in Armut in Afrika leben und nicht genug zu essen, keinen Zugang zu sauberem Wasser oder keinen Zugang zu (für uns) günstigen Medikamenten haben.

Das sind umgerechnet 16.000 Kinder, die jeden Tag sterben. Davon sind mindestens 8.000 leicht zu verhindern.

Seit Ausbruch des Corona-Virus Ende Februar sind also mindestens 300.000 Kinder gestorben. An dem Corona-Virus sind „nur“ 5.000 Menschen gestorben.

Darüber berichtet nur keiner in den Medien, weil diese Krankheiten für uns nicht gefährlich sind und dadurch keine Angst verbreitet werden kann.

Wenn wir die gleiche Energie, die wir gerade in die Angstmacherei stecken, für die Ärmsten der Welt einsetzen würden, dann könnten wir jedes Jahr hunderttausende Menschenleben retten. Wenn wir die Mittel für die Schutzmaßnahmen, die wir in Europa gerade einsetzen, für die Ärmsten der Welt seinsetzen würden, könnten wir Millionen Menschenleben retten.

Und das mit ziemlicher Sicherheit, weil es die Medikamente bereits gibt. Die Schutzmaßnahmen gegen Corona verlangsamen im besten Fall die Ausbreitung und niemand weiß, ob es wirklich funktioniert.

Die Angst ist gerade viel zu groß, um über so komplexe Zusammenhänge noch nachzudenken…

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Konsumierst Du aktuell noch Nachrichten? Wie nimmst Du die Corona-Krise wahr?

6 Kommentare

  • Moin, überlegst du dir zum jetzigen Zeitpunkt neue Aktien oder ETF kaufen? Was würdest du einem raten, abwarten oder direkt investieren?

    • finanziell-frei-mit-30.de

      Ich habe darüber nachgedacht, aber werde vermutlich noch warten und die nächsten Wochen die Entwicklung beobachten. In den nächsten Wochen darf ich (und viele andere Anleger auch) lernen mit den eigenen Emotionen und Ängsten umzugehen. Das ist für mich wie für viele andere Investoren schließlich deer erste Crash. Aus meiner Sicht ist es wichtiger zu lernen mit dieser Angst umzugehen, als jetzt das perfekte Timing für eine Investition zu finden.

      Schöne Grüße
      Dominik

    • Ich habe ein paar Positionen nachgekauft mit meinem „Aktiennotpolster“ für solche Fälle. Ich mache das so, immer wenn es deutlich nach unten geht, kaufe ich etwas nach. Muss nichts großes sein, mir geht es eher darum mir selbst ein Zeichen zu setzen. Kann natürlich noch weiter nach unten gehen, aber perfektes Timing funktioniert eh nicht. Sonst hätte ich ja kurz vorm Crash alles verkaufen können. 🙂

  • Servus,
    danke für den Artikel! Ich betreibe selbst einige Webseite und verdiene Geld durch Werbung, mehr angezeigte Werbung = mehr Geld. Die Strategie fahren die Nachrichtenseiten: mehr Panik, mehr Besucher, mehr Werbung, mehr Einnahmen. Es gibt doch nichts besseres, als Besucher die jede halbe Stunde die Seite aufrufen, ob es nicht eine Sondermeldung im Live-Ticker gibt, einen neuen Artikel, dass sich alles ändern wird und nichts mehr so sein wird wie früher. Neben Corona gehört natürlich auch die mediale Berichterstattung über die Abstürze an den Börsen dazu, gepaart mit Bildern von panisch schauenden Händlern. Das kenne ich alles schon von 2008/2009. Nur hatten wir damals noch keine Smartphones, kein WhatsApp, Twitter. Bzw. war es gerade in den Anfängen. Daher findet so etwas heute viel mehr Verbreitung.

    Ich habe meinen News-Konsum inzwischen auch deutlich überdacht. Wie Du schreibst, man kann sich der Stimmung ansonsten nur wenig entziehen und es nimmt Einfluss auf das persönliche Empfinden. Ich habe auch Twitter und Co. vom Smartphone verbannt. Die Panikmache, das Schlechtreden jeglicher Maßnahmen, die Besserwisserei, keine Lust drauf. Es wird kommen wie es kommt und es ist richtig, das angemessen reagiert wird. Ohne Panik.

    Hier im Supermarkt hat die Panik dazu geführt, dass die Leute Klopapier und die billigen Nudeln leergekauft haben. Der Rest ist alles da, inklusive der etwas höherpreisigen Nudeln. Auf mein Weißwurstfrühstück muss ich heute daher nicht verzichten.

    Daher keine Panik, angemessene Vorsicht und Maßnahmen und schauen was kommt. 🙂

    Gruß
    Fuseboroto

    • finanziell-frei-mit-30.de

      Hallo Fuseboroto,

      danke für Deinen langen Kommentar.
      Ich glaube auch, dass durch die stärkere Vernetzung Du gar nicht mehr daran vorbeikommst.
      Auf die nächsten Wochen und Monate bin ich wirklich schon sehr gespannt, wie sich das alles weiterentwickelt.

      Schöne Grüße
      Dominik

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