#1 Frugalistenmythen: Teures Fitnesstudio. Wie du mit einem Fitnesstudioabo Geld verdienst

Es gibt die ersten Lockerungen. Grund genug diesen Artikel wieder hervorzukramen.
Sehr häufig hört man in der Finanzszene, dass ein Fitnesstudio teuer sei und man besser zuhause Trainieren solle, am besten mit eigenen Geräten. Ob das überhaupt stimmt, oder die wahrheit vielleicht ganz anders aussieht möchte ich euch heute zeigen: 

Die kosten eines Fitnessstudios gehen preislich von 20€ für einfache Fitnessaldis (FitX, McFit) bis zu mehreren hundert Euros pro Monat für einen Edeltempel. Wir gehen in unseren beispiel von einem preiswerten Fitnesstudio aus und veranschlagen die Kosten mit 20€ pro Monat an.

Auch muss zu einem Fitnesstudio erst angereist werden. Da wir aber sparsame Kapitalisten sind und wissen, dass Zeit auch einen Wert hat, liegt das Fitnessstudio bei unserem Beispiel aus Vereinfachungsgründen auf dem Arbeitsweg. 

Was bekommt man bei den 20€ meist mindestens geboten?
 

  • Trainingsgeräte 
  • Wasserflat 
  • Duschflat

Wasserflat ist natürlich nice to have. Die Trainingsgeräte sparen Platz und vor allem Kapitalkosten, da man sie nicht, wie bei einem Heimstudio vorfinanzieren muss. Aber heute wollen wir uns vor allem den Punkt der Duschflat genauer ansehen.

Ich bin ehrlich mit euch, ich bin Warumduscher und gerade Morgens sich 10 Minuten Warm zu Duschen ist für mich einfach entspannend. Was kostet das Duschen denn überhaupt? 

Kosten des Duschens:
Zuallererst müssen wir den Wasserverbrauch bestimmen. Er berechnet sich wie folgt:

Verbrauch = Durchfluss * Duschdauer
V = q * t

Wobei in Deutschland der durchschnittliche Verbrauch pro Minute bei 9-12  Litern liegt.  Daraus ergibt sich ein Verbrauch von

V = 12 Litern * 10min = 120L

Wasserkosten

Nun bestimmen wir die Wasserkosten. Nur die Frischwasserkosten zu nehmen ist zu kurz gedacht. Die Wasserkosten setzen sich aus Frischwasser und Abwasserkosten zusammen. Wobei diese immer in Kubikmetern (m³) angegeben werden. Vorweg, die Wasserkosten sind Regional sehr Unterschiedlich. Wobei der Osten eher Teurer ist als der Westen. Ich nehme die Zahlen hierbei vom Statistischen Bundesamt von 2016 für ganz Deutschland. Für das Frischwasser hat man Durchschnittlich 1,72€/m³ gezahlt, das Abwasser schlug mit einem Entgelt von 2,40€/m³ zu buche.

Kwasser = Kabwassser + Kfrischwasser 

Kwasser = (2,40€ /1000)*120L +  (1,72€/1000)*120L 

Kwasser = 0,4944€ pro Dusche 

Das ist fast ein halber Euro pro Dusche! 

Geil Kalt Duschen!

Wir sind noch nicht am Ende. Falls du wirklich Kaltduscher bist, ist das oben deine Zahl. Da ich bekennender Warmduscher bin müssen wir noch die Kosten für die Erwärmung des Wassers berechnen. Normalerweise wird das Warmwasser mit unterhitztem Kaltwasser beim Duschen vermischt. Wie viel Warmwasser wir benötigen, können wir mit folgender Formel berechnen: 

Wobei wir D die Duschtemperatur auf Angenehme 37°C festlegen.
K die Kaltwassertemperatur auf frostige 10°C. 

W die Warmwassertemperatur auf 60°C 

Dabei ergibt sich dann folgende Rechnung: 

Energiebedarf berechnen

Wir müssen 64,8L erwärmen. Den Energiebedarf berechnet man am besten durch folgende Formel 

Wobei Q die Wärmemenge in Joule ist, m die Masse in Kilogramm. Und Cw diesmal nicht für Christian W. Roehl sondern für die Spezifische Wärmekapazität steht.  ϑ1 und ϑ2 sind dabei die Temperaturen vor und nach der Wassererwärmung. Geteilt wird das alles durch den Wirkungsgrad η. Diesen legen wir hier mit 98% relativ hoch an. 

64,8 Liter Wasser ergeben netterweise genau 64,8 Kg Masse die erwärmt werden müssen. Die Spezifische Wärmekapazität von Wasser hängt, wenn man es ganz genau nehmen möchte auch vom Luftdruck und der Wärme des zu erwärmenden Wassers ab. Vereinfachungsweise nehmen wir die Spezifische Wärmekapazität bei 14,5°C unter normalen Luftdruck. Diese beträgt 4,184kj/Kg. Daraus ergibt sich:

Q = 64,8 L * 4,184kj/Kg (kg*K) * (60°C-10°C)/ 0,98
Q ~ 13832,82 Joule

Die Preise der Energielieferanten sind aber nicht in Joule sondern in Euro pro Kilowattstunden angegeben, deshalb müssen wir dies nochmal umrechnen.  

Ein Joule ist eine Wattsekunde. Ein Kilojoule sind 3,6 Wattstunden. 

1000 Joule/60 Sekunden*60 Minuten = 3,6 Wattstunden

Also müssen wir nur unsere 13832,82 Joule durch 3,6 teilen.
Daraus kommen:

13832,82 J/ 3,6 = 3842,45 Wattstunden ~ 3,84 Kwh

Kosten je Energieträger 

Die Kosten pro Kwh für ÖL lagen im Juni bei 6,77 cent je Kilowattstunde. Die kosten für Erdgas bei 6,27 cent/Kwh. Bei Strom liegen wir sogar bei 30,22ct je Kwh !

Daraus ergibt sich:

ÖL
6,77ct*3,84 Kwh ~ 26ct = 0,26€

Erdgas
6,27ct*3,84 Kwh ~ 24ct = 0,24€ 

Strom
30,22ct*3,84 Kwh ~ 116ct = 1,16€ 

Kosten pro Dusche

Die kosten für den Energieträger müssen wir nun mit den Wasserkosten (Kwasser = 0,4944€ ~0,50€) zusammen addieren. Daraus ergibt sich: 

Kwasser + Kenergieträger = Kduschen

ÖL 
0,26€+0,50€  = 0,76€

Erdgas
0,24€+0,50€ = 0,74€ 


Strom
1,16+0,50€ = 1,66€ 

Das sind die Kosten pro Dusche.

Hä aber was hat das mit dem Fitnesstudio zu tun? 

Du kannst in einem Fitnesstudio trainieren und kostenlos Duschen. Nehmen wir an, anstatt jeden Tag vor der Arbeit zuhause zu Duschen, fährst du morgens trainieren und duscht dich dort. Du hättest ein Fitnesstudio Abo und würdest dabei sogar noch bares Geld sparen

Schon bei 3x Training der Woche ist man bei einer Stromheizung im Plus. Bei Erdgas und Öl würde das Studio effektiv auch nur 10€ pro Monat kosten. Bei einer Täglichen Morgenroutine ist man auch hier immer im Plus.

Noch mehr Sparen!

Aber warte es geht noch mehr. Denn die meisten Fitnesstudios bieten oft für Neukunden Rabattaktionen an. So liegen oft die Preise nicht bei 20€ sondern eher zwischen 9,99€ und 14,99€ pro Monat, für das erste Jahr

Daraus ergibt sich eine ganz neues Bild:

Schon nach 9 Tagen pro Monat ist das Fitnessstudio günstiger. Bei den anderen Energiearten ist man spätestens ab 20 Tagen im Plus. Man verdient durch ein Fitnessstudio bares Geld. 

Fazit: 

Wer heutzutage mit normalen Hausstrom heizt oder einen Durchlauferhitzer hat, sollte sich vlt. eine neue Anlage besorgen. Abgesehen davon, ist das Fitnessstudio gar nicht mal so teuer wie viele denken.

Des weiteren spart man auch an den Kapitalkosten für die Finanzierung der Trainingsgeräte. Auch fällt kein Lagerplatz für die Trainingsgeräte an. Abschließend steigert man so die Chancen darauf neue Leute kennen zu lernen. 

Aber das wichtigste: Es bringt den Körper und geist unheimlich viel fit zu sein.  
Also lasst euren inneren Schweinehund euch nicht erzählen ihr würdet Geld sparen, wenn ihr zuhause bleibt.

Und dann kam das Virus… Jetzt sind in den Fitnessstudios die Duschen geschlossen. Aber immerhin. Falls es wieder richtig los geht wisst ihr bescheid.

Euer
Pascal

Ps. Seid ihr im Fitnesstudio angemeldet?

ÜBER DEN AUTOR

Pascal Weichert beschäftigt sich leidenschaftlich mit Finanzen, studiert an einer Fernuni Wirtschaftsinformatik. Nebenbei bietet er seine Expertise im SEO/SEA Bereich mittelständischen Unternehmen an.


6 Kommentare

  • Wahnsinns Berechnung – ich zahle aktuell nur 11€ für meinen Studio-Vertrag und bin 6-7 Mal pro Woche dort.. 😀 Klasse.

  • Auf der einen Seite wird alles positiv gerechnet (extrem günstiges Fitnessstudio, liegt auf dem Arbeitsweg) und auf der anderen Seite jeder kleine Cent miteinbezogen. Wenn ich täglich zu Hause dusche, also 7x wöchentlich, dusche ich nicht öfters, wenn ich zu Hause trainiere. Dadurch habe ich also keine Mehrkosten. Morgens trainieren und danach dort duschen und dann arbeiten??? Sicherlich gibt es da Personen, die das machen. Der Großteil hat einen zeitlich geregelten Angestelltenjob und schafft es ohnehin nicht, morgens zu trainieren. Zumindest nicht im Fitnessstudio.

    „Abgesehen davon, ist das Fitnessstudio gar nicht mal so teuer wie viele denken. “
    Ich habe eine zeitlang 60 EUR mtl. bezahlt, war auch mit Sauna usw. Sicherlich etwas höherklassig, aber mit tlw. mit 10 oder 15 EUR im Monat zu rechnen, weil es irgendwo im Angebot ist…naja und natürlich ist das auch auf dem Arbeitsweg 😉

    „Des weiteren spart man auch an den Kapitalkosten für die Finanzierung der Trainingsgeräte.“
    Ich frage mich, wie die Leute das vor 100 oder mehr Jahren gemacht haben ohne diese teuren Geräte.
    Kurzhantel (mit verschiendenen Gewichtsvariationen) und evtl. Langhantel mit Isomatte. Der Rest wird mit dem eigenen Körpergewicht trainiert. Es benötigt keine teuren Geräte.

    „Auch fällt kein Lagerplatz für die Trainingsgeräte an“
    Siehe oben, viel braucht man nicht.

    „Aber das wichtigste: Es bringt den Körper und geist unheimlich viel fit zu sein. “
    Du sagst es. Das ist das Wichtigste! Und das kann ich auch zu Hause haben 😉 Das ist kein Grund dafür, sich im Fitnessstudio anzumelden.

    „Also lasst euren inneren Schweinehund euch nicht erzählen ihr würdet Geld sparen, wenn ihr zuhause bleibt. “
    Was hat das mit dem inneren Schweinehund zu tun??? Eher damit, mit dem Trainieren anzufangen. Und wenn ich den inneren Schweinhund besiegt habe bzw. diszipliniert rangehe, trainiere ich zu Hause genauso wie im Fitnessstudio.

    Man könnte fast meinen, du bekommst Kohle von irgendeiner Fitnesskette 😉

    • Pascal Weichert

      Zu dem Postivrechnen.
      Einfach aus meiner Situation heraus. Es liegt auf dem Weg. Die Wasserkosten und Abwassergebühren sind in meinem Ort über den durchschnitt. Also ist bei mir eher das gegenteil der Fall. Es geht eigentlich sogar weiter, dass einige Dinge, wie z.B. die Sozialkomponente in der Berechnung nicht vorhanden sind. (Ich wüsste auch zugegebnermaße nicht, wie man so einen weichen Wert in Geld darstellen sollte) Das nicht jeder direkt ein Fitnesstudio auf dem Weg hat ist Klar. Da gebe ich dir recht. Auf dem Land ist die Situation nochmal eine andere. Ich wüsste nicht, wie man die durchschnittliche Entfernung, samt Arbeitsweg berechnen sollte. Idr. sollte es in den meisten Fällen gegeben sein ein Fitnesstudio in einer Stadt mit dem Rad schnell zu erreichen.

      Auch finde ich die Argumentation in deinem Kommentar nicht gut. Von einem Edeltempel mit 60€ im Monat sprechen, mit dem sich der Artikel nicht beschäftigt hat. Um dann zu sagen das braucht man nicht. Der Artikel hat sich explizit mit einem Fitnesstudio wie McFit, Cleverfit oder FitX beschäftigt. Ich würde mir die Einleitung des Artikels nochmal genauer anschauen.

      Anschließend das Argument zu bringen:, die meisten Leute schaffen es nicht zu Trainerern weil Sie einen Angestellten Job haben um dann zu sagen zuhause Trainieren sei nur eine Art des wollens. Warum ins Fitnesstudio zu gehen keine Art des Wollens sei, ist für mich nicht schlüssig.

      Es gibt viele Menschen die brauchen einen Ort zum Arbeiten, Sportmachen etc. Für die ist Home Office nichts. Deshalb ist das eine Typsache. Kollja, Fabian Fröhlich, die Jungs vom Simpleclub, sind nur 3 beispiele von Personen die mir direkt einfallen, die immer das Fitnesstudio vorgezogen haben. Zumal man bestimmte Übungen mit den Geräten besser absolvieren kann.

      Abschließend sei gesagt, mir gefällt der Unterton von deinen Kommentar nicht. Ich habe dabei das Gefühl gehabt, der Kommentar sei wegen des Kritisierens wegens geschrieben. Nicht wegen einer richtigen Kritik an sich. Es kann natürlich auch sein, dass ich stellen im Kommentar falsch verstanden habe. Wir sind alles nur Menschen. Und am besten auch die Einleitung lesen. Damit die Kritik dann auch richtig ist. Weil über Verbesserungsanregungen bin ich immer froh.

      Grüße.

  • Pseudowissenschaftliche Berechnung die nur auf Annahmen basiert.

    Wenn das als Comedy gedacht ist allerdings sehr gut.

    • Pascal Weichert

      Hahah.
      Wie soll man das ohne Annahmen machen? Ich bin über Ihren Gegenvorschlag gespannt.
      Und ja, das ist ernst gemeint.

      Ihnen ein schönes Wochenende!

      Gruß,
      Pascal

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