Wie baue ich ein Vermögen auf?

Beim Vermögensaufbau gibt es nur drei Grundregeln, die beachtet werden müssen. Wenn diese eingehalten werden, wirst Du automatisch ein Vermögen aufbauen.

Regel Nr. 1: Keine Kredite und keine Ratenzahlung

Die erste Regel ist zwar leicht zu verstehen, aber für die meisten Menschen sehr schwer umzusetzen. In unserer Gesellschaft ist es normal Kredite und Schulden bei Banken zu haben und damit den eigenen Lifestyle zu finanzieren. Sonst könnten sich die meisten Leute nicht das teure Auto, den teuren Urlaub oder die gewünschte Wohnungseinrichtung leisten. Zudem weckt die Werbung bei den Menschen das Verlangen nach irgendwelchen Sachen und die Firmen bieten an diese über mehrere Jahre hinweg abzuzahlen.

Wenn Du ein Vermögen aufbauen willst, dann sind Schulden und Ratenzahlungen für Dich wie ein Bremsklotz. Du musst monatlich für Schulden enorme Zinsen zahlen und so verringert sich der eigene finanzielle Spielraum. Viele Menschen haben so viele Ratenzahlungen und Kredite, dass sie kaum Geld zur freien Verwendung haben und so das Sparen sehr schwer fällt. Eine einmalig getroffene Entscheidung führt dazu, dass über mehrere Jahre jeden Monat Raten dafür anfallen. So wird dann der neue Fernseher für nur 40€ pro Monat (über 2 Jahre), das neue Auto 200€ pro Monat (über 3 Jahre) oder die neue Einrichtung für 100€ im Monat (über 3 Jahre) angeschafft. Jedes Mal hört sich das nicht nach viel Geld an, doch wenn ich die gesamte zu zahlende Summe berechne, dann sind das insgesamt 12.000€. 12.000€ werden in den nächsten Jahren noch anfallen, egal wie sich die Einkommensseite entwickelt.

Aus diesem Grund sollte darauf geachtet werden, dass die monatlichen Belastungen möglichst gering sind. So bist Du deutlich flexibler und entspannter, wenn eine „unvorhergesehene“ Ausgabe auf Dich zukommt. Ich schreibe unvorhergesehen in Anführungszeichen, da die meisten als unvorhergesehen bezeichneten Ausgaben in Wirklichkeit vorhersehbar sind. So ist es klar, dass irgendwann die Waschmaschine, das Auto oder der Fernseher kaputtgehen wird.

Ausnahme:

Die einzigen Ausnahmen für diese Regel können ein Studienkredit oder Hauskredit sein. Durch einen Studienkredit kannst Du Dich voll auf Dein Studium konzentrieren und hinterher dadurch mehr verdienen. Dieser sollte nach dem Studium aber möglichst schnell wieder getilgt werden. Ich nenne hier nur einen Hauskredit, da ein Haus in der Regel nicht auf einen Schlag bezahlt werden kann. Aus meiner Sicht ist ein eigengenutztes Haus keine Investition und schränkt die eigenen Handlungsmöglichkeiten ein.

Regel Nr. 2: Immer sparen

Die Voraussetzung um Vermögen aufzubauen ist, weniger auszugeben als einzunehmen. Ein Vermögen kann nur aufgebaut werden, wenn immer gespart wird.

Vernünftig kann hierbei nur gespart werden, wenn auch die eigenen Ausgaben bekannt sind. Dazu sollte ein Haushaltsbuch geführt werden. Nach Zurückzahlung aller Kredite kannst Du dann beginnen ein eigenes Vermögen aufzubauen. Bevor Du jedoch Geld investieren kannst, muss Deine finanzielle Situation abgesichert sein, da Du sonst Deine Investitionen angreifen oder wieder Kredite aufnehmen musst.

Beim Sparen sollten zwei Wege unterschieden werden.

Kurzfristiges Sparen

Für mich bedeutet kurzfristiges Sparen Geld zurückzulegen, um es in absehbarer Zeit wieder für etwas auszugeben. Das sind sozusagen die Rücklagen für den Kauf eines Autos, für den Urlaub oder für irgendwelche Wünsche. Dazu sollte am Anfang des Monats ein bestimmter Betrag auf ein separates Konto überwiesen werden. Dadurch wird sichergestellt, dass auch wirklich Geld für die Rücklage behalten und nicht ausgegeben wird. Zudem sollte nicht nur für ganz spezielle Sachen (wie der Kauf eines Autos) Geld zurückgelegt werden. Es sollte auch für Notfälle eine Rücklage von mindestens 3-6 Nettogehältern gebildet werden. Der Betrag kann je nach Situation noch größer oder kleiner sein. Ein Student bräuchte weniger, da er eventuell noch bei den Eltern wohnt und so viel niedrigere Kosten hat. Bei einem Besitzer eines fremdfinanzierten Hauses mit einer hohen Zinslast kann die Situation ganz anders aussehen.

Durch das Bilden einer allgemeinen Rücklage für Notfälle ist das Leben schon viel entspannter, da eine hohe Rechnung nicht das finanzielle Gleichgewicht komplett zerstört. Viele Menschen haben noch nicht mal genug Rücklagen um nur einen einzigen Monat zu überstehen.

Durch das Bilden von speziellen Rücklagen, zum Beispiel für ein Auto, kann dieses ohne einen Kredit komplett bezahlt werden. So bist Du in Deiner Finanzplanung viel freier und wirst nicht durch einen Kredit eingeschränkt.

Regel Nr. 3: Investieren (Langfristiges Sparen)

Es ergibt nur Sinn mit dem langfristigen Sparen zu beginnen, wenn eine Rücklage für den Notfall aufgebaut wurde. Genauso wie beim kurzfristigen Sparen wird am Anfang des Monats ein bestimmter Betrag auf ein Investitionskonto (Verrechnungskonto) überwiesen oder ein Wertpapiersparplan eingerichtet. Durch die monatliche Investition wird das wirkliche Vermögen aufgebaut und die anderen Schritte davor sind nur Voraussetzungen, um investieren zu können. Hierbei kann bereits mit kleinen Beträgen angefangen werden. Durch das regelmäßige Sparen und Investieren kann bereits mit kleinen Beträgen viel erreicht werden.

Wenn Du 40 Jahre bei einer Rendite von 5% (Inflation bereits ausgeglichen) jeden Monat 50€ investierst, hast Du am Ende bereits 72.000€. Es wäre noch wichtig zu erwähnen, dass insgesamt nur 24.000€ gespart wurden und der Rest Zinsen sind.

Viele werden jetzt wahrscheinlich sagen, dass 72.000€ für 40 Jahre investieren nicht besonders viel Geld ist. Das stimmt zwar, jedoch ist ein monatlicher Sparbetrag von 50€ auch lächerlich, um ernsthaft ein Vermögen aufzubauen. Wären 500€ investiert worden, dann wären es insgesamt 720.000€. Da würde mir wahrscheinlich jeder zustimmen, dass das sehr viel Geld ist. Zudem sind 500€ im Monat auch nicht unmöglich zu sparen, da viele Leute bereits mehr im Monat für ihr Auto ausgeben.

Zusammenfassung:

  1. Zahle alle Deine Kredite ab und vermeide neue wieder aufzunehmen.
  2. Vermeide Ratenzahlungen und zahle alles auf einmal.
  3. Bilde Rücklagen für Notfälle und für Ausgaben in der Zukunft.
  4. Investiere monatlich Geld und bau Dir ein Vermögen auf.

2 Kommentare

  • Zu Punkt 1 habe ich noch eine Anmerkung: Eine weitere Ausnahme sind ECHTE Nullprozent-Finanzierungen. ABER auch nur dann, wenn du die Summe schon hast und parallel gewinnbringend anlegst.

    Beispiel: Du willst einen Fernseher für 600 Euro. Du bekommst eine echte Null-Prozent-Finanzierung. Die 600 Euro legst du parallel gewinnbringend an (3-5 %) und zwar genau so lange, wie du die monatlichen Raten hast.

    Unterm Strich hättest du gesamtwirtschaftlich betrachtet ein gutes Geschäft gemacht. Aber ansonsten gebe ich dir Recht: Konsumieren auf Pump führt ins Armenhaus.

    Den anderen Punkten stimme ich vollkommen zu. Man sollte sich stets selbst fragen: Wenn mein Gehalt ab sofort wegfallen würde, wie lange könnte ich meinen Lebensstil halten und finanzieren?!

    Ich wette, bei den meisten Menschen 1-2 Monate. Besser wären aber 6-12 Monate. Und am allerbesten: Für immer durch ein passives Einkommen.

    • finanziell-frei-mit-30.de

      Ich würde das auch bei einer kompletten Nullprozent-Finanzierung machen, da ich damit meinen zukünftigen Cashflow senke und der Vorteil des Finanzierens und gleichzeitigen Investierens zu groß ist.
      Zudem besteht bei vielen die Gefahr, dass es dann nicht nur bei dem Fernseher bleibt.
      So werden dann alle möglichen Sachen mit Raten bezahlt, da sie sonst nicht geleistet werden könnten.
      Das ist wie gesagt einfach der Punkt Finanzmathematik vs. Kaufspsychologie, wobei die Kaufpsychologie in den meisten Fällen gewinnt.

      Wenn das eigene Gehalt wegfällt, kämen die meisten Menschen nicht einen einzigen Monat ohne Aufnahme eines Kredits aus.
      Ich kann gar nicht verstehen, wieso Menschen soetwas machen, denn es bedeutet unglaublich viel Stress bei der kleinsten zusätzlichen finanziellen Belastung.
      Mit steigendem passiven Einkommen wird die eigene Situation auch immer entspannter.
      Wenn ich weiß, dass 50% meines Einkommens durch meine Investitionen abgedeckt sind, brauche ich ja nur noch die anderen 50% reinholen.
      So kann ich Teilzeit arbeiten oder bei Jobverlust schneller wieder die monatlichen Ausgaben decken.

      Schade, dass wir mit dieser Sicht auf die Finanzen relativ alleine sind und der Großteil der Bevölkerung von Monat zu Monat lebt.

      Schöne Grüße

      Dominik

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