In 3 Jahren zur Finanziellen Freiheit

Meiner Definition nach bist Du Finanziell Frei, wenn die Rückflüsse aus Deinen Investitionen die eigenen Lebenshaltungskosten decken. So kannst Du jahrzehntelang sparen, um dann wenige Jahre vor der Rente Finanziell Frei zu sein oder Du kannst versuchen Dein Ziel deutlich früher zu erreichen. Du wirst Dir wahrscheinlich denken, dass meine Überschrift sehr reißerisch formuliert ist und das gar nicht möglich oder realistisch ist, aber warte ab. Um die Finanzielle Freiheit zu erreichen, kannst Du an drei unterschiedlichen Stellschrauben drehen.

Ausgaben senken

Die erste ist das Sparen durch Senkung der Ausgaben. Hier gilt, je höher die eigene Sparquote ist, desto schneller erreichst Du die Finanzielle Freiheit. Natürlich hat die Senkung der Ausgaben auch Grenzen, denn auf der einen Seite kannst Du nicht mehr sparen als Du einnimmst und auf der anderen Seite brauchst Du ein bestimmtes Einkommen, um davon alles Lebensnotwendige einkaufen zu können. So wird es bei den meisten Menschen schwierig sein mehr als 50% des Einkommens zu investieren und selbst in diesem Fall dauert es „noch“ über 15 Jahre bis die Finanzielle Freiheit erreicht ist. Daran können wir erkennen, dass das Sparen eine zwingende Voraussetzung ist, denn ohne zurückgelegtes Geld kann kein Vermögen gebildet werden. An dem gesparten Betrag kann durch Senkung der Ausgaben nur bedingt geschraubt werden, weil hierunter schnell die Lebensqualität leidet und ein gewisser Betrag immer benötigt wird. So ist diese Möglichkeit stark limitiert.

Rendite

Die zweite Stellschraube ist die Rendite. So kann ich durch höhere Renditen meine Finanzielle Freiheit schneller erreichen, weil weniger eingezahlt werden muss. Dieser Weg ist allerdings nur sinnvoll, wenn auch vernünftig eingezahlt wird, weil es die Rendite nur auf das eingezahlte Kapital gibt.

Das große Problem hierbei ist, dass eine höhere Rendite auch untrennbar mit einem höheren Risiko verbunden ist. So kann ich die Rendite nicht erhöhen ohne auch mehr Risiko einzugehen. Selbst bei bedeutend höherem Risiko (unabhängig davon, ob das im Einzelfall sinnvoll wäre) ist die Rendite nach oben hin beschränkt, denn es ist nicht möglich konstant jedes Jahr 30% oder mehr Rendite zu erzielen.

Dazu ein Beispiel:

Ich gehe davon aus, dass im vierten Jahr 4% des Kapitals ohne Kapitalverzehr entnommen werden können. Das Geld wird zuerst in hochriskante Investments gesteckt und dann im vierten Jahr in Dividendenaristokraten umgeschichtet. Unsere Beispielsperson verdient 2000€ Netto und investiert die Hälfte davon. Jetzt stellt sich die Frage, welche Renditen er erzielen müsste.

Mit einer Jahresrendite von 85% hätte er die Finanzielle Freiheit innerhalb von drei Jahren erreicht. Wenn es jemandem auf der Welt geben würde, der solche Renditen auch nur ansatzweise regelmäßig erzielen würde, wäre er in kürzester Zeit der reichste Mann der Welt. Hieran können wir erkennen, dass es an dieser Stellschraube auch nur beschränkt Gestaltungsspielräume gibt.

Selbst bei hohen Renditen (>10%) dauert es noch ziemlich lange, weil sich der Zinseszins erst nach vielen Jahren auswirkt.

Einkommen erhöhen

Kommen wir zur dritten Stellschraube. Der größte Vorteil bei dem Erhöhen des eigenen Einkommens ist, dass es nach oben hin keine Beschränkungen gibt. Wenn Du erfolgreicher Musiker und Rockstar wirst, kannst Du im Jahr locker mehrere Millionen verdienen. Bei Beibehaltung des eigenen Lebensstandards kannst Du auf diese Weise innerhalb von wenigen Monaten die Finanzielle Freiheit erreichen. Dabei spielt die Rendite eher eine untergeordnete Rolle.

Ich finde es auch immer wieder interessant, wenn in der Aktien mit Kopf Facebookgruppe Schüler und Studenten danach fragen, wie sie am besten ihr Geld investieren können. So gibt es dann ellenlange Diskussionen, ob Einzelaktien oder ETFs für die beste Rendite gewählt werden sollten, obwohl sie nur 100€ im Monat zum Investieren haben. Natürlich spielt die Rendite eine entscheidende Rolle bei der Vermögensbildung, doch ich denke, dass bei kleineren Beträgen der Fokus mehr auf die Einkommenserzielung gelegt werden sollte. Wenn ich mit größerem Zeitaufwand meine Rendite von 5% auf 7% steigern kann, macht das erst bei einem sehr großen Anlagezeitraum einen großen Unterschied, weil relativ wenig eingezahlt wird.

Auf der anderen Seite kann ich besonders zu Beginn bei kleinen Sparraten durch einen Nebenjob oder einen besser bezahlten Hauptberuf meine Sparrate verdreifachen, verfünffachen oder sogar verzehnfachen. Hier haben wir einen deutlich höheren Hebel, als bei der Rendite und dem Ausgaben-Senken alleine. Wenn ich meine Sparrate von 100€ auf 500€ verfünffache, habe ich nach 40 Jahren (bei einer Rendite von 5%) anstatt 144.000€ insgesamt 720.000€.

Finanziell Frei in 3 Jahren

Jetzt kommen wir wieder zur Überschrift zurück und wollen mal gucken, wie viel investiert werden muss, damit die Finanzielle Freiheit in 3 Jahren erreicht wird. Wir gehen wieder davon aus, dass monatlich 1000€ zum Leben benötigt werden und die Ausgaben immer konstant bleiben, die Rendite 5% und die Entnahmerate 4% beträgt. Unter Berücksichtigung von der Abgeltungssteuer müsstest Du jeden Monat 9.000€ investieren.

Das wäre natürlich enorm viel Geld und die allerwenigsten verdienen so viel. Ein Angestellter müsste wahrscheinlich über 20.000€ im Monat Brutto verdienen, damit er nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben 9.000€ im Monat investieren kann.

Es wird meistens eine hohe Bildung vorausgesetzt mit jahrelangen Entbehrungen und vielen Jahren Berufserfahrung, um ein solch hohes Einkommen zu erzielen und nur die allerwenigsten erreichen das auch. Natürlich brauchst Du auch nicht so viel zu verdienen um die Finanzielle Freiheit zu erreichen. Ich wollte allerdings aufzeigen, dass durch die Steigerung des eigenen Einkommens deutlich schneller die Finanzielle Freiheit erreicht werden kann. Insbesondere durch die Einkommenserhöhung im jungen Alter, kannst Du viel mehr sparen und so deutlich schneller Dein Ziel erreichen. Beachte hierbei, dass die Einkommenserhöhung nur effektiv ist, wenn das höhere Einkommen nicht wieder ausgegeben wird (Sparen ist effektiver als Verdienen).

Mein Weg

Aus diesem Grund ist eines meiner Ziele neben meinem Beruf durch Online Marketing mein (passives) Einkommen zu erhöhen, um mehr Investieren zu können. Besonders bei einem so ehrgeizigen Ziel wie meinem, ist es notwendig neben einer sparsamen Lebensweise und guten Investitionen in Aktien auch noch das eigene Einkommen zu erhöhen. Wenn ich alleine von meinem Depot mit 30 Jahren leben wollte, müsste ich knapp 2.000€ im Monat investieren.

Durch meine Projekte erhoffe ich mir neben höherem Einkommen zum Investieren, dass es teilweise passiv ist und ich so weniger Rückflüsse aus meinen Investitionen benötige. So bräuchte ich dann vielleicht „nur“ 1.500€ oder 1.000€ im Monat investieren.

12 Gedanken zu „In 3 Jahren zur Finanziellen Freiheit

    1. Hallo Christopher,

      ich wünsche Dir viel Erfolg bei Erreichen Deines Ziels.
      Wenn Du das konstant schaffst, kann ich Dir ja mein Geld anvertrauen und wir machen dann Hälfte Hälfte bei der Rendite. 😉

      Schöne Grüße
      Dominik

  1. Hallo Dominik,

    Sehr interessanter Beitrag, ich betreibe ja ebenfalls ein Business um ein Nebeneinkommen zu generieren. Ich liebe solche Berechnungen für die Zukunft, ich mag mich noch an Berechnungen von vor 2 Jahren erinnern. An dem ich mir meine Sparquote hochgerechnet habe mit einer bestimmten Rendite. Vielleicht hole ich diese Berechungen mal raus und beschreibe sie in einem Beitrag von mir.

    Gruss
    Der Sparkojote

    1. Das wird bestimmt ein interessanter Beitrag.
      Es ist im Nachhinein immer wieder erstaunlich, wie schnell sich die Sachen verändern.
      Verrätst Du etwas über Dein Business oder soll das geheim bleiben.

      Schöne Grüße
      Dominik

      1. Mein Business kommt noch, nur möchte ich das dann in einer gesonderten Beitragreihe führen. Zur Zeit habe ich relativ viele Projekte offen, deswegen kommen Beiträge zu meinem Business erst ab nächstem Jahr.

        Ausserdem mache profitiere ich vom Weihnachtsgeschäft, natürlich muss ich dan auch mehr Zeit in mein Business investieren.

        Gruss
        Der Sparkojote

  2. Hi Dominik,

    mir gefällt, dass du das Thema „Einkommen erhöhen“ ansprichst. Ich finde dieser Punkt kommt meistens deutlich zu kurz. Da wird dann lange diskutiert, wie es möglich ist 1% mehr Rendite zu erreichen ohne sich zu fragen ob das wirklich effizient ist. Zeit wird dann mit Aktienanalysen und was weiß ich was verschwendet, anstatt sich Gedanken über die Einkommensseite zu machen. Häufig ist es deutlich effizienter mit einem Nebenjob (oder in deinem Fall auch passivem Einkommen) etwas mehr Geld zu verdienen und dieses direkt zu investieren. Aber Arbeit ist halt unbeliebt und da draussen gibt es so viele, die einfache 8%+ Rendite ohne Risiko versprechen..

    Beste Grüße
    Pascal

    1. Hallo Pascal,

      ich kenne Deine Meinung zur Bewertung von Aktien und teile sie auch.
      Im nächsten Jahr wollte ich auch noch ein paar Beiträge herausbringen, wenn ich mich mit dem Thema näher auseinandergesetzt habe.
      Besonders bei niedrigem Einkommen und niedrigen Investitionen lohnt sich das Einkommen zu maximieren am meisten.
      Der Zinseszinseffekt ist halt nur nach vielen Jahren und Jahrzehnten erst besonders ausschlaggebend und solange will ich nicht warten. ;=

      Schöne Grüße
      Dominik

  3. Hallo Dominik,
    sehr interessanter Beitrag. Ich denke auch, dass ein höheres Einkommen der größte Hebel ist um ein kleines Vermögen anzusparen. Es gibt nur zwei Probleme die gelöst werden müssen um ein höheres Vermögen zu erreichen. Erstens der innere Schweinehund muss überwunden werden um mehr zu tun um in dem vorhandenen Job erfolgreicher zu sein. Weiterbildung kann auch helfen erfolgreich zu werden, nur muss sich dafür auch aufgerafft werden. Und als letztes ein Nebenjob um mehr Einkommen zu generieren. All diese Dinge haben mit Mehraufwand zu tun und bedeutet ein verlassen der Komfortzone wozu man sich überwinden muss.
    Und das zweite Problem ist den Versuchungen zu wiederstehen. Hat man einmal mehr Kohle zur Verfügung, gibt es unendliche Möglichkeiten diese auch wieder auszugeben. Dann hat man eventuell Statussymbole oder auch schöne Dinge erlebt, aber die Sparquote wurde wieder nicht erhöht.
    In beiden Fällen ist viel Selbstdisziplin notwendig, aber wenn man diese hat und sich überwindet freut man sich in einigen Jahren über eine ordentliche Summe.

    Viele Grüße Klaus-Dieter

    1. Vielen dank für Dein Lob.
      Die meisten Menschen beschweren sich lieber darüber, dass sie nicht genug verdienen würden und wollen erst wieder mehr machen, wenn sie mehr Geld erhalten.
      Wichtig ist zu erkennen, dass es genau anders herum ist und der Arbeitgeber nur mehr Geld zahlen wird, wenn Du auch mehr dafür tust.

      Danach stellt sich die Frage, wie die Person mit dem Geld umgeht.
      Wenn sie wieder alles ausgibt, steht sie hinterher in keinster Weise besser dar.
      Effektiver wäre es dann zuerst die eigenen Ausgaben in den Griff zu bekommen.
      Danach kann durch das Erhöhen des Einkommens der Vermögensaufbau extrem gehebelt werden.

      Schöne Grüße
      Dominik

  4. Hallo,
    der Artikel ist recht informativ, aber er lässt die eigentliche Ausgangsfrage meines Erachtens nach außen vor. Wie genau verdient der Autor denn seine knapp 1000 Euro im Monat? Durch Werbung? Durch (indirekte) Verkäufe? Und wer zahlt ihm das Geld aus? Bezogen auf diesen Blog „Finanziell frei mit 30“ frage ich mich auch wie hier Geld verdient werden soll (falls dies überhaupt das Ziel ist), da auf Werbung fast komplett verzichtet wird.

    Beste Grüße,
    Jannis

    1. Hallo Jannis,

      die 1000€ sind letztendlich mein Ziel, dass ich mit verschiedenen Seiten durch Werbung und Affiliate-Marketing (indirekte Werbung) erreichen möchte.
      Ich wollte mit diesem Beitrag einfach darauf hinweisen, dass mit dem Sparen und Investieren in Aktien langfristig zwar ein stattliches Vermögen aufgebaut werden kann. Dies dauert allerdings sehr lange und durch den Weg alleine würde ich die Finanzielle Freiheit vermutlich nicht so früh erreichen.

      Du hast bereits zurecht erkannt, dass ich auf meinem Blog bisher fast keine Werbung habe, weil es nicht mein primäres Ziel war mit meinem Blog aussschließlich Geld zu verdienen.
      Ich wollte zuerst meinen Blog und dazu Reichweite aufbauen, Werte liefern und später eventuell noch mehr Werbung oder Affiliatelinks einbauen.
      Besonders zu Beginn mit einer geringen Reichweite würde es sich auch finanziell nicht lohnen den Blog mit Werbung vollzuklatschen und potentielle Stammleser zu verscheuchen.

      Wenn ich später mit meinem Blog Geld verdiene, möchte ich dezent Werbung einbauen, sodass der Lesefluss nicht gestört wird und man die Seite gut nutzen kann.

      Schöne Grüße
      Dominik

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