Rentenlücke

Die Rente ist sicher (niedrig)

In meinem heutigen Beitrag möchte ich mich näher mit der gesetzlichen Rente beschäftigen. Insbesondere soll es um die Fragen gehen, warum die meisten davon nicht (bzw. schlechter) leben können und was dagegen getan werden kann.

Das Problem der gesetzlichen Rente

Die Rente in Deutschland ist ein Umlagesystem. Das bedeutet, dass die heute arbeitende Bevölkerung in einen Topf einzahlt, aus dem die jetzigen Rentner ihr Geld erhalten. Das Problem ist, dass die Menschen nach Eintritt in die Rente immer länger leben und so auch immer länger eine Rente ausbezahlt bekommen. Zusätzlich werden auch immer weniger Kinder geboren, sodass die Bevölkerung insgesamt überaltert. Dadurch gibt es immer weniger arbeitende Menschen, die in den Topf einzahlen, während die Anzahl der Rentner immer weiter steigt. Schon jetzt gibt es massive Probleme, und das Geld in dem Topf reicht schon nicht mehr, sodass Geld vom Staat nachgeschossen werden muss.

Schlechte Zukunftsaussichten

Bereits jetzt haben wir massive Probleme mit der gesetzlichen Rente und viele Menschen, die von ihrer Rente nicht leben können. In Zukunft wird sich dieses Problem noch weiter verschärfen, denn die Anzahl der Einzahler sinkt, während die Anzahl der Rentenempfänger steigt. Das bedeutet, dass der arbeitende Teil entweder noch mehr einzahlen muss oder die Rentner noch weniger Geld erhalten werden. Vermutlich wird es eine Kombination aus beidem sein, da das System sonst nicht aufrechterhalten werden kann.

Lösungen für das Rentenproblem

Die Frage ist, wie dieses Problem gelöst werden könnte und was die Politik dagegen unternimmt. Eine mögliche Lösung wäre, dass jeder für seine eigene Rente einzahlt und später aus seinem eingezahlten Geld eine Rente erhält. Dies wird zum Beispiel in den USA so gehandhabt, dass ein Teil des Einkommens (vor Steuern) in einen eigenen Account für den Ruhestand kommt. Dieses Geld wird dann in Aktien investiert, sodass sich das Geld vermehrt. Daraus erhält die Person später dann ihre Rente.

Ich denke, dass das die einzige vernünftige Lösung für unser Rentenproblem ist. Das Problem ist, dass der Gesetzgeber das Rentensystem nicht ändern wird, da er damit anerkennen würde, dass das alte System nicht funktioniert. Zudem haben die letzten Reformen nur kleine Sachen an der Rente verändert (siehe das Wahlgeschenk Rente mit 63), die das strukturelle Problem nicht verändern.

Rentenlücke

Durch die vorgenannten Probleme der gesetzlichen Rente gibt es einen klaffenden Unterschied zwischen dem letzten Einkommen und der eigenen Rente. So musst Du während Deiner Rente entweder enorme Einbußen hinnehmen oder aber durch Weiterarbeiten oder eine zusätzliche Vorsorge ausgleichen. Ich möchte Dir mal an einem Beispiel zeigen, wie die bestmögliche Rente aussähe und wie groß die Rentenlücke dann wäre. Hierzu hat Alex Fischer in einem Video mal anhand des fast bestmöglichen Rentenbescheides ausgerechnet, wie viel Rente die Person erhalten wird. Zur genaueren Berechnung und der Erklärung verweise ich auf seine Videos (Teil 1, Teil 2).

In diesem Beispiel haben wir jemanden, der direkt nach der Schule bereits in einem gut bezahlten Job angestellt wird. So sammelt er von Beginn an schon die höchstmögliche Zahl von 2 Rentenpunkten pro Jahr. Diese erhältst Du, wenn Dein Einkommen mindestens doppelt so hoch ist wie das Durchschnittseinkommen.

Das Problem ist, dass die meisten Menschen nicht miteinberechnen, dass die Kaufkraft der Rente in beispielsweise 20 Jahren nicht annähernd so hoch sein wird wie jetzt. So sind 2000€ monatlich in 20 Jahren bei einer durchschnittlichen Inflation von 3% nur noch etwa 1000€ wert.

Dieser Angestellte wird nach Alex Fischers Berechnung nur noch nach Steuern und Abzug von Kranken- und Pflegeversicherung 972€ monatlich zur Verfügung haben. Wenn wir dann bedenken, dass er vorher weit über 3500€ Netto im Monat zur Verfügung hat, dann wird das eine extrem harte Umstellung, wenn er alleine auf die Rente angewiesen ist.

Du kannst das gerne mal simulieren und versuchen Deine Ausgaben, ohne auf etwas verzichten zu müssen, um 60% zu senken. Dabei verdient die Beispielperson bereits weit überdurchschnittlich und hat bereits mit Anfang 20 angefangen in die Rentenkasse einzuzahlen.

Eine realistische Rente

In dem vorgenannten Fall haben wir bereits einen überdurchschnittlich guten Rentenbescheid. Bei vielen Menschen wird dieser noch viel schlechter aussehen, weil sie nicht mit Anfang 20 bereits Geld verdienen und mit einem deutlich niedrigeren Einstiegsgehalt starten. Zudem kann schon aus rein mathematischer Sicht nicht jeder weit überdurchschnittlich verdienen. So wird es in der Zukunft immer mehr Menschen geben, die von ihrer Rente nicht leben können und ihre Rente mit Hartz IV aufstocken müssen. So wird eine Rente, die nicht mehr zum Leben reicht eher die Regel als die Ausnahme sein. Eins ist sicher und zwar, dass die Rente deutlich niedriger als das letzte Einkommen sein wird. In der Regel wahrscheinlich die Hälfte oder sogar noch viel weniger. Daher sollte wirklich absolut jeder privat vorsorgen, damit man im Alter auch seinen Lebensstil beibehalten kann ohne weiterarbeiten zu müssen.

Rentenlücke schließen

Beim Schließen der Rentenlücke stellt sich die Frage in was und wie viel investiert werden muss, um die Rentenlücke für sich selbst zu schließen. Dazu sollte jeder für sich selbst berechnen wie viel Rente er inflationsbereinigt, versteuert und nach Zahlen der Sozialabgaben zur Verfügung hat und wie hoch das benötigte Einkommen in etwa ist. Natürlich ist es schwer die Zahl genau zu berechnen, da durch das Verändern einiger Variablen sich das Ergebnis drastisch verändern kann. Aus diesem Grund solltest Du noch einen Sicherheitspuffer einbauen, denn es ist besser hinterher mehr Geld zur Verfügung zu haben als wirklich gebraucht wird.

Finanzielle Freiheit als ultimativer Lückenschließer

Das Beste wäre natürlich, wenn vorher bereits die Finanzielle Freiheit erreicht wird. Das bedeutet, dass Du von dem passiven Einkommen aus beispielsweise Investitionen in Aktien leben kannst und nicht mehr von anderen Einkommensquellen abhängig bist. Zudem bist Du durch das Erreichen der Finanziellen Freiheit deutlich flexibler als bei der Rente. Hier bist Du von den Gesetzen abhängig und kannst vor Erreichen des 67. Lebensjahres nur unter extremen Abschlägen in Rente gehen.

Dies ist für mich auch einer der vielen Gründe, warum ich die Finanzielle Freiheit anstrebe. Dann bin ich komplett sorgenfrei und unabhängig, da ich auf das Geld aus der Rente überhaupt nicht mehr angewiesen bin. Zudem kann ich schon viel früher (mit 30 Jahren oder zumindestens deutlich vor der Rente) komplett frei entscheiden, was ich machen möchte ohne mir um Geld Sorgen zu machen.

Meiner Meinung nach sollte jeder die Verantwortung für die eigenen Finanzen selbst in die Hand nehmen und für die eigene Zukunft vorsorgen. Wie Du gesehen hast, ist die Rente deutlich niedriger als allgemein angenommen wird und ohne Vorsorge werden viele an der Armutsgrenze leben müssen.

Vertraust Du auf die Rente und wie sorgst Du für Dich selbst vor?

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