Bücherei

Buchvorstellung Q3/2017

Das dritte Quartal dieses Jahres ist wieder wie im Fluge vergangen. Es sind etliche neue Artikel (z.B. zur potentiellen WG-Gründung, Schaufelverkäufern, unnützen Versicherungen) erschienen und ich habe angefangen meine Fernseh-Challenge durchzuziehen. Unter anderem durch die reduzierte Fernsehzeit konnte ich einiges lesen. Insgesamt habe ich folgende dreizehn Bücher in den letzten drei Monaten gelesen (chronologische Auflistung):

In diesem Quartal habe ich außergewöhnlich viele sehr gute Bücher gelesen und am liebsten würde ich alle Bücher näher vorstellen. Das würde allerdings den Rahmen dieses Artikels erheblich sprengen. Daher werde ich in diesem Artikel nur drei sehr gute Bücher aus unterschiedlichen Themenbereichen näher vorstellen. Das bedeutet selbstverständlich keinesfalls, dass die anderen Bücher nicht auch sehr gut sind.

Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer

Das Buch „Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer*“ von Stefan Merath hat mich in diesem Quartal mit Abstand am meisten inspiriert. Der Autor ist selbst Unternehmercoach und hat bereits mehrere Unternehmen aufgebaut. In diesem Buch hat er seine Erfahrungen aus dem Coaching in eine sehr spannende Geschichte einfließen lassen.

Die Geschichte dreht sich um den Programmierer und „Unternehmer“ Thomas Willmann. Ich habe die Bezeichnung des Unternehmers mit Absicht in Anführungszeichen gesetzt, weil er zu Beginn eigentlich nach der Definition von Stefan Merath gar kein echter Unternehmer ist. Doch weiter zur eigentlichen Geschichte:

Ein rabenschwarzer Tag

Die Kündigung von einem wichtigen Mitarbeiter führt zu einer noch größeren Arbeitsbelastung. Weil er kaum noch Zeit mit seiner Lebensgefährtin verbringt, trennt sie sich von ihm nach mehreren Jahren. Einige Kunden brechen weg und es bahnen sich weitere größere Probleme im Unternehmen an. Als Folge dessen bricht er zusammen und muss wegen der anhaltenden Überlastung ins Krankenhaus.

Herr Willmann erkennt: So wie bisher kann es definitiv nicht mehr weitergehen. Er entscheidet sich (bzw. wird vom Umfeld dazu bewegt) mit einem Unternehmercoach an seinem Unternehmen zu arbeiten. Die Geschichte zeigt aus der Perspektive von Thomas Willmann, wie er sich mit der Zeit durch das Coaching zu einem „echten Unternehmer“ entwickelt.

Mich hat die Geschichte wirklich sehr gefesselt und ich habe die knapp 430 Seiten an einem einzigen Wochenende verschlungen. Die Geschichte ist allerdings nicht nur spannend geschrieben. Du kannst auch als Nicht-Unternehmer viel für Dein Leben lernen.

Im folgenden möchte ich ein paar meiner Learnings aus dem Buch kurz zusammenfassen:

Du musst Ziele regelmäßig messen

In dem Buch kannst Du unter anderem sehr viel über das Thema Visionen und Zielsetzung lernen. Dabei ist mir ein Aspekt, den ich bisher noch nie in der Klarheit irgendwo anders gelesen habe, besonders ins Auge gesprungen.

Es wird besonders betont, dass Ziele in irgendeiner Form messbar sein müssen und dann auch regelmäßig überprüft werden sollten. Viele setzen sich Ziele und lassen diese dann irgendwo in einer Schublade verstauben. Letztendlich helfen uns die Ziele nur bei der Zielerreichung, wenn wir regelmäßig schauen wie weit wir schon gekommen sind und was wir noch alles zum Erreichen des Ziels machen müssen.

Ich möchte das am Beispiel eines Fußballspiels verdeutlichen:

Es wäre so, als würden zwei Mannschaften gegeneinander spielen und niemand würde die Tore zählen.

Das Ziel ist klar: Jede Mannschaft möchte das Spiel gewinnen. Trotzdem würde keine der Mannschaften ihre Höchstleistungen abrufen, wenn das Ergebnis bzw. der Fortschritt nicht gemessen wird. Wenn es hingegen 1:1 steht und nur noch wenige Minuten zu spielen sind, wird sich jede Mannschaft besonders anstrengen.

Unternehmer ≠ Fachkraft

Ich hatte zu Beginn ja bereits beschrieben, dass der Protagonist am Anfang der Geschichte gar kein echter Unternehmer war. Mir hat das Buch nochmal besonders den Unterschied zwischen einer Fachkraft und einem Unternehmer klargemacht.

In Kurzform kann gesagt werden, dass die Fachkraft eine bestimmte Tätigkeit (z.B. Programmieren) vergleichbar mit einem Angestellten oder einem Selbstständigen ausführt. Zu Beginn einer Unternehmensgründung muss der Gründer auch noch Fachkraftaufgaben übernehmen, weil er sich zumeist noch keine Angestellten leisten kann.

Wenn das Unternehmen dann wächst, sollte der Gründer immer mehr die Fachkraftaufgaben an seine Mitarbeiter abgeben und sich den Aufgaben eines Unternehmers zuwenden. Das sind unter anderem die Themen Zielsetzung, Visionen, Strategie, Mitarbeiterführung und der Aufbau eines Systems. Das Ziel ist es, dass das Unternehmen auch ganz ohne die Mitarbeit des Unternehmers funktioniert und der Unternehmer nur noch am Unternehmen arbeitet.

Für die meisten in meinem Umfeld würde es sich wahrscheinlich total bescheuert anhören, dass ich ein Unternehmerbuch lese, doch ich denke es lohnt sich es zumindest einmal anzuschauen*.

Komm, ich erzähl Dir eine Geschichte

„Kindern erzählt man Geschichten zum Einschlafen – Erwachsenen, damit sie aufwachen.“

Jorge Bucays hat in seinem Leben viele verschiedene spannende Geschichten gesammelt und in diesem Buch* gebündelt. Es ist kein klassisches Buch mit einer durchgehenden Geschichte, welches Du von vorne bis hinten lesen musst. Vielmehr kannst Du Dir einzelne Geschichten/Kapitel raussuchen und diese losgelöst lesen. Die Geschichten sind relativ kurz und können meistens in 1-5 Minuten komplett gelesen werden.

Eigentlich gibt es zu dem Buch sonst nicht viel zu sagen. Viele einzelne Geschichten haben mich sehr zum Nachdenken angeregt oder inspiriert.

Ohne das Buch und die Geschichten selbst gelesen zu haben, wirst Du meine Faszination vermutlich nur schwer nachvollziehen können. Ich kann Dir nur empfehlen dieses kleine günstige Taschenbuch* zu kaufen und Dir selbst ein Bild davon zu machen. Es lohnt sich wirklich sehr.

Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass man aus dem Buch auch seinen Kindern vorlesen kann.

Steuern steuern

Das letzte Buch* ist mit Abstand das teuerste Fachbuch, das ich jemals gekauft habe. Selbst gebraucht zahlst Du noch um die 40 €. Mir ist das Buch allerdings so oft empfohlen worden, dass ich es mir unbedingt holen musste.

In dem Buch von Johann C. Köber* geht es darum, wie Du durch die Gründung einer Kapitalgesellschaft (GmbH, UG, KG) oder Stiftung Deine persönliche Steuerlast legal erheblich reduzieren und dadurch einfacher ein größeres Vermögen aufbauen kannst.

Die Tipps sind zum größten Teil allerdings nur umsetzbar, wenn Du selbstständig bist oder für Investitionen größere Summen zur Verfügung stehen. Daher sind die Tipps für mich zur Zeit noch nicht umsetzbar. Trotzdem fand ich sehr interessant zu lesen, welche Möglichkeiten es als Selbstständiger gibt die Steuern zu steuern und zu beeinflussen. Als Angestellter hast Du letztendlich ja nur sehr wenige Gestaltungsmöglichkeiten und musst die Steuerlast so wie sie ist hinnehmen.

Als Unternehmer und Selbstständiger hast Du vielmehr die Möglichkeit durch Investitionen (z.B. Marketing und Werbung) und die Steuerung der Geldströme (Aufteilung auf Geschäftsführergehalt, Rückstellungen, Abschreibungen etc.) Deine Steuern zu reduzieren.

Für Selbstständige und angehende Selbstständige ist das Buch meiner Meinung nach ein absolutes Muss*. Wenn Du darin nur einen guten Tipp oder Anstoß findest, wird sich das 10-, 100- oder 1000-fach auszahlen.

Wenn Du meine Büchervorstellung gerne liest, kannst Du hier auch in meine vorherigen Vorstellungen (oder meine Bücherseite) reinschauen:

Buchvorstellung Q1/2017

Buchvorstellung Q2/2017

Was liest Du aktuell für Bücher? Hast Du vielleicht eine Empfehlung? Hast Du die vorgestellten Bücher gelesen?

2 Kommentare

  • Hallo Dominik,

    Wow, da hast du ja einiges an Papier durchgeackert. Bei den Zielen versuche ich vermehrt nach dem SMART Schema vorzugehen, so kann man die Ziele einfach viel besser messen. Vor allem ein Unternehmen führen und Leute managen ist natürlich interessant, in gewisser weise mache ich das ja schon. Das abpacken meines Business ist outgesourct. Wobei ich es extrem wichtig finde, wenn man Unternehmer wird und die Arbeit selbst einem Spass macht sollte man nicht alle Kernaufgaben anderen Mitarbeitern übergeben. Es ist eine Art Selbstverwirklichung wenn man dem Nachgeht, was man gerne macht (in reduzierter Form) und die Mitarbeiter managed.

    Steuern steuern wäre vermutlich nix für mich ,da er sich vermutlich auf das Detusche Steuerrecht spezialisiert, momentan macht das eh alels mein Steuerberater. Irgendwo ist auch mal Ende, ich denke gewisse Sachen darf und sollte man outsourcen, vor allem wenn man in der Zeit die man dadurch gewinnt etwas sinnvolleres tun kann. Würden mir Steuerformulare ausfüllen Spass machen, sähe das ganze schon wieder anders aus.

    Grüsse
    Thomas

    • finanziell-frei-mit-30.de

      Hallo Thomas,

      dieses Quartal lässt sich lesetechnisch wirklich vorzeigen.
      Ich denke im nächsten Quartal wird es aufgrund meines Urlaubs, einem Lehrgang und dem Fernsehverzicht noch mehr werden.
      Vorausgesetzt ich finde noch ein paar spannende Bücher zum Lesen. 😉

      Du bist mir dort ja schon ein gutes Stück voraus mit dem eigenen Business.
      Ich denke es ist auch wichtig zu verstehen, dass Du erst echter Unternehmer bist, wenn Du für das Geschäft entbehrlich bist.
      Also wie bei Dir, wenn das Geschäft outgesourct ist und einigermaßen ohne dich funktioniert. Also ich meine im operativen Bereich.

      In der Tat ist das Buch Steuern steuern auf das deutsche Steuerrecht spezialisiert. Wird dir also in der Schweiz nicht viel nützen. Das ist wirklich gut, dass du die Aufgaben abgibst und dich nicht um die ganzen Details kümmerst.
      Herr Köber hat allerdings besonders betont, dass Steuerberater in 95% der Fälle nicht wirklich beraten und sich die optimale Steuerstrategie ausdenken. Sie setzen erstmal einfachere steuerliche Sachen (Einzelunternehmer) durch, auch wenn es aus steuerlicher Sicht vielleicht sinnvoller wäre eine Kapitalgesellschaft zu gründen. Das hängt natürlich auch von vielen Einzelfaktoren ab wann das geht, doch der Steuerberater wird dirch auf solche Wege vermutlich nicht so stark hinweisen. Bisher habe ich genau das auch schon von einigen Unternehmern aus Gesprächen gehört. Sich vollkommen in dieser Hinsicht auf den Steuerberater zu verlassen und sich nicht mit der grundlegenden Steuerstrategie auseinanderzusetzen, halte ich daher für kritisch.

      Bei dem Endvermögen in einem bestimmten Alter kann die richtige Steuerstrategie schnell Hunderttausende ausmachen.
      In der Umsetzung kannst Du das natürlich dann auch an einen Steuerberater abgeben, aber vorher solltest Du Dir wenigstens über die Strategie Gedanken machen und Dich ein wenig informieren.

      Schöne Grüße
      Dominik

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