Blogparade: Geld ist Zeit

Der Finanzfisch hat zu dem spannenden Ausdruck „Zeit ist Geld“ eine Blogparade initiiert, an der ich mich mit großer Freude beteilige. Dir wird wahrscheinlich schon aufgefallen sein, dass der Titel dieses Beitrags nicht mit dem Titel der Blogparade übereinstimmt. Das ist allerdings nicht meiner Schusseligkeit geschuldet.

Vielmehr möchte ich das Thema aus einer anderen Richtung betrachten und den umgekehrten Zusammenhang von Geld und Zeit näher betrachten. Wahrscheinlich werden bereits ein paar andere Blogger das Thema „Zeit ist Geld“ aus verschiedenen Sichtweisen beschrieben haben und ich hoffe damit nochmal eine andere Sicht vermitteln zu können.

Pleite = Tod

Wenn Du pleite bist, stirbst Du.

Zum Glück (für einen Großteil der Bevölkerung) gilt diese Gleichung nicht in unserem Wirtschaftssystem. Zumindest in den Industrieländern führst Du selbst in der Privatinsolvenz noch ein relativ gutes Leben und musst nicht um Dein Überleben kämpfen.

Mich hat der großartige Science-Fiction-Film „In Time*“ aufgerüttelt und dazu gebracht über unser Wirtschaftssystem und den Zusammenhang von Geld und Zeit intensiv nachzudenken.

Für alle Leute, die den Film noch nicht kennen, ist hier die Kurzbeschreibung von Wikipedia:

„Der Film spielt in der Zukunft und beschreibt eine neue Form des weltweiten Wirtschaftssystems. Die Währungen wurden durch Lebenszeit ersetzt, die wie Geld verdient, ausgegeben, verschenkt oder gestohlen werden kann. In dieser Zukunft endet der Alterungsprozess eines jeden Menschen aufgrund einer Genmanipulation im Alter von 25 Jahren. Um eine Überbevölkerung der Erde zu vermeiden, bleibt danach eine restliche Lebenszeit von einem Jahr, die von einer implantierten Uhr auf dem Unterarm als Countdown angezeigt wird. Sobald diese Uhr abläuft, stirbt der Träger auf der Stelle. Zusätzliche Zeit kann als Arbeitslohn, durch Schenkung oder Diebstahl hinzugefügt werden, wobei der Transfer über spezielle Scanner oder durch das Übereinanderlegen der rechten Unterarme erfolgt. Die Reichen leben so gut wie ewig und altern dabei nicht, während die Armen früh sterben. Die gesamte Welt wurde in Zeitzonen aufgeteilt, in denen die unterschiedlichen sozialen Schichten leben.“

Meiner Meinung nach hat der Film extrem große Parallelen zu unserer heutigen Wirtschaftswelt. Der große Unterschied ist nur, dass wir nicht direkt mit unserer Lebenszeit bezahlen und diese von unserem „Zeitkonto“ abgezogen bekommen. Wir sind in den allermeisten Fällen darauf angewiesen unsere Lebenszeit und unsere Kenntnisse gegen eine bestimmte Menge an Geld zu tauschen.

Solange wir nicht Unsummen erben, im Lotto gewinnen oder eine passive Einkommensquelle besitzen, müssen wir für unser Geld arbeiten und unsere Lebenszeit eintauschen.

Ich finde es daher unglaublich spannend und wichtig sich selbst vor Augen zu führen, wie lange ich für eine bestimmte Ausgabe arbeiten müsste. Wenn ich zum Beispiel einen Stundenlohn von 10 € (Netto) habe, muss ich für einen Fernseher im Wert von 400 € eine ganze Woche (ca. 40 Stunden) lang arbeiten.

Geld als Zeitspeicher

Für mich funktioniert Geld wie eine Art Zeitspeicher. Es speichert die Anstrengungen und die Zeit, die ich für die Erlangung eingesetzt habe. Du kannst (wie in dem Film) das Geld ausgeben und dadurch verschiedene Dinge wie Essen oder Kleidung kaufen.

Du kannst Dein Vermögen allerdings auch teilweise aufbrauchen, um eine Zeit lang nicht arbeiten zu müssen. Schließlich benötigst Du immer noch Geld, um Deine Lebenshaltungskosten zu decken.

Auf dem Weg zur Finanziellen Freiheit finde ich es wichtig sich immer wieder vor Augen zu führen, wie lange der eigene Zeitspeicher (also das Vermögen) hält. Dazu musst Du einfach nur die Höhe Deines Vermögens bestimmen und dann (zum Beispiel mithilfe eines Haushaltsplans) feststellen, wie viel Geld Du zum Leben benötigst. Dann teilst Du Dein Vermögen durch die benötigten Ausgaben und findest damit heraus, wie viele Tage, Wochen, Monate oder Jahre Du mit Deinem Geld auskommen könntest.

Während meines Studiums muss ich noch nicht alle Kosten selbst tragen, sodass meine Ausgaben später höher sein werden. Ich gehe bei all meinen Berechnungen für die Zeit nach meinem Studium von monatlichen Ausgaben in Höhe von 1500 € aus. Das wären ungefähr 50 € am Tag.

Bei einem Vermögen von „nur“ 10.000 €, könnte ich bereits 200 Tage finanzieren, ohne einen weiteren Cent dazuverdienen zu müssen. Ich könnte also 200 Tage lang komplett ohne Einnahmen auskommen.

Wenn ich bereits ein Vermögen von 100.000 € aufgebaut habe, kann ich sogar ganze 2000 Tage finanzieren. Das sind knapp fünfeinhalb Jahre.

Mit einem eigenen Vermögen kann ich mir Zeit „einkaufen“ und beispielsweise bei einer Krankheit beruflich kürzer treten, einige Jahre früher in Rente gehen, bei einer Kündigung ganz entspannt an die Jobsuche herangehen, schlechte Jobangebote ablehnen und mir Zeit lassen. Aus diesem Grund ergibt das Sparen und Investieren meiner Meinung nach auch schon bei kleineren Summen Sinn. Es führt einfach dazu, dass Du flexibler wirst und besser dastehst als ohne Vermögen.

Hast Du Dir schon mal darüber Gedanken gemacht, wie groß Dein Zeitspeicher/Vermögen ist und wie viele Tagen Du ohne Einkommen überleben könntest?

9 Kommentare

  • Hey Dominik!

    Schön, dass Du dich auch an der Blogparade beteiligst 🙂 Ich muss aber hier widersprechen: „Der große Unterschied ist nur, dass wir nicht direkt mit unserer Lebenszeit bezahlen und diese von unserem „Zeitkonto“ abgezogen bekommen.“ Doch, genau das ist die Währung für Menschen, die nach „Zeit = Geld“ (Zeit ist Geld, Geld ist Zeit) leben. Denn das Gleichheitszeichen ist eine Äquivalenz, und wenn man dann von Geld spricht, spricht man äquivalent von (Lebens)Zeit. Man bezahlt also direkt mit seiner (Lebens)Zeit, wenn man das so will. Der Film hat mich auch sehr berührt, nicht nur, dass er sehr spannend gemacht worden ist (Ich bin mit sehr niedrigen Erwartungen ran gegangen, als ich ihn vor paar Jahren gesehen habe), sondern er brachte mich auch stark ins Nachdenken. Eigentlich ist er eine Dystopie, aber im Grunde genießen die Menschen in dem Film einen entscheidenden Vorteil, den wir in unserer Realität nicht haben. (Mehr dazu nächste Woche, ich schreibe auch etwas dazu 🙂 ).

    Viele Grüße und schöne Woche,
    Anna

    • finanziell-frei-mit-30.de

      Hallo Anna,

      ich glaube wir haben die gleiche Sichtweise. Ich habe es wahrscheinlich nur etwas missverständlich ausgedrückt.
      Wir tauschen das Geld als Äquvalent für Zeit gegen Waren oder Dienstleistungen.

      Im Film ist es allerdings so, dass Dir Zeit vom Zeitkonto abgezogen wird.
      In der echten Welt wird Dir Geld vom Konto abgezogen, welches Du durch Zeiteinsatz erworben hast.
      Das sind letzten Endes nur Details, aber beides läuft aufs gleiche hinaus.

      Ich bin mal auf Deinen Beitrag gespannt.

      Schöne Grüße
      Dominik

      • Hallo Dominik,

        einen kleinen – aber feinen – Unterschied gibt es aber doch: Wenn man sich Zeit mit Zeit kaufen kann, macht einen Reichtum unsterblich. Aktuell kann man sich mit Geld zwar qualitativ hochwertige Lebenszeit kaufen (anstatt arbeiten zu MÜSSEN, geht man z. Bsp. seinen Interessen nach), aber eben keine zusätzliche Zeit, wenn das Herz aufhört zu schlagen.

        Das würde im Umkehrschluss bedeuten: Ein finanziell freier Mensch, wäre unsterblich. Alleine durch seine Dividenden könnte er ewig leben, da er immer mehr Zeit erwirtschaftet. In so einem System würde der Zinseszinseffekt auch voll einschlagen. 🙂

        Liebe Grüße
        Des Teufels Trader

        • finanziell-frei-mit-30.de

          Hallo Teufels Trader,

          genau im Gegensatz zum Film ist es nicht möglich sich weitere Lebenszeit zu kaufen.
          Zumindest nicht direkt.
          In direkt vielleicht, wenn Du eine schwere Krankheit hast und die Krankenkasse oder Krankenversicherung nicht alles zahlt.
          Dann kann Dein Vermögen Deine Lebenszeit verlängern.

          Schöne Grüße
          Dominik

          • Genau das ist der Punkt, den Der Teufels Trader anspricht. Die Menschen im Film genießen das Privileg, ewig leben zu können, weil sie den Vorteil haben, sich weitere Zeit erwirtschaften zu können. Das ist ein großes Plus und obwohl der Film eine Dystopie darstellt, sieht unsere Realität in dieser Hinsicht um einiges düsterer aus.

  • Pingback: Zeit ist Geld?! - Zwischenfazit und eigener Artikel – Der Finanzfisch

  • Und wenn man das ganze geschickt angeht arbeitet unsere Zeit (Geld) für uns, und vermehrt unsere frei verfügbare Zeit 🙂 Ich habe mir auch schon oft ausgerechnet wie viel Arbeit meine Anschaffungen kosten, z.B. kostet mich mein Kryptoinvestment lediglich 1 Woche Arbeitszeit. Oder das iPhone X könnte ich mir bereits nach 4 Arbeitstagen leisten. Je weniger also etwas kostet umso weniger Zeit muss man für den Erwerb dafür aufwenden. Allerdings finde ich muss man beachten das man solche Luxusgegenstände erst mit dem frei Verfügbaren Einkommen sich leisten kann, das heisst erst nachdem Miete, Essen, Versicherungen und Co. gezahlt sind.

    Ich überlege mir auch mla

    Grüsse
    Thomas

    • *Ich überlege mir auch mal ob ich bei der Blogparade mitmache. (Wurde irgendwie abgeschnitten)

    • finanziell-frei-mit-30.de

      Hallo Thomas,

      der Idealfall ist natürlich, dass die Zeit für uns arbeitet.
      Bei den meisten Menschen istd as leider nicht der Fall.
      Eigene Anschaffingen oder Investments in Lebenszeit umzurechnen, halte ich für eine sehr gute Idee.

      Schöne Grüße
      Dominik

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