ETF-Serie Teil 1

Aufbau eines ETF-Portfolios Teil 1: Grundlagen

Ich möchte mit diesem Artikel eine Artikelserie rund um den Aufbau eines eigenen ETF-Portfolios starten. Hierin werde ich dann auf die grundlegenden Dinge, die beachtet werden sollten, eingehen und zeigen wie einfach es eigentlich ist, mit dem Investieren zu starten. An dieser Stelle nochmal der Hinweis, dass es sich hierbei nicht um eine Anlageempfehlung handelt und alle genannten ETFs nur als Beispiele herangezogen werden. Auch sollte jede Anlageentscheidung gut durchdacht werden, da es immer auch Verlustrisiken gibt. Ich möchte mit meinen Artikeln nur einen ersten Eindruck geben, auf was unbedingt geachtet werden sollte.

Was ist ein ETF?

Zu Beginn stellt sich die Frage, was genau ein ETF ist. ETF ist die Abkürzung für Exchanged Traded Funds und das bedeutet auf Deutsch passiv gemanagter und börsengehandelter Indexfonds. Bei so speziellen Themen werden immer sehr viele Fachbegriffe verwendet, sodass es den Laien mehr verwirrt, als dass es zur Aufklärung beiträgt. Ich gehe jetzt auf die einzelnen Aspekte genauer ein und werde diese an Beispielen erklären.

Fonds

Bei vielen Investitionen ist es als Privatperson nicht möglich den gesamten Betrag aus dem eigenen Vermögen komplett aufzubringen. Daher bildeten sich mit der Zeit Fondsgesellschaften, wo das Geld gebündelt wird und dann der Fonds quasi als Mittelsmann in den jeweiligen Bereich investiert. Bei jeder Transaktion an der Börse fallen Gebühren an, sodass es nur mit einem sehr großen Vermögen möglich ist in viele einzelne Unternehmen zu investieren und so breit zu diversifizieren. Für den Betrieb des Fonds erhält der Fondsbetreiber jedes Jahr einen bestimmten Prozentsatz des Anlagevermögens. Dieser liegt zwischen 0,2 bis zu 3% im Jahr.

Bei dem angelegten Geld handelt es sich um Sondervermögen, das getrennt vom Vermögen der Investmentgesellschaft aufzubewahren ist. So ist das Vermögen vor dem Zugriff der Investmentgesellschaft geschützt und auch bei einer Insolvenz darf auf dieses Geld nicht zugegriffen werden.

Börsengehandelt

Es gibt viele Fonds, wo Anteile am Fondsvermögen nur bei der Investmentgesellschaft selbst ge- und auch wieder verkauft werden können. Der große Nachteil daran ist, dass hier häufig höhere Gebühren verlangt werden und es auch meistens deutlich aufwendiger ist. Wenn ein Fonds an der Börse gehandelt wird, ist es somit viel liquider und günstiger.

Passives Management

Passives Management bedeutet, dass es keinen Fondsmanager gibt, der aufgrund irgendeiner Strategie Aktien kauft und wieder verkauft und dadurch versucht eine bessere Rendite zu erzielen. Wie wir bereits in einem vorherigen Artikel gesehen haben, ist es nicht möglich durch aktives Handeln (also das Auswählen und Kaufen sowie Verkaufen bestimmter Aktien) langfristig eine größere Rendite zu erzielen, als mit dem passiven Investieren. Daher sollte passiv investiert werden. Zudem sind die Gebühren bei einem aktiven Fonds deutlich höher, während die Rendite meistens kleiner ist.

Ein Unterschied von 1% in der Rendite (aufgrund von höheren Gebühren des aktiv gemanagten Fonds) macht bei einem Anlagezeitraum von 40 Jahren und einer Rendite von 5% den Unterschied, ob sich das Geld versieben- oder nur verfünffacht hat.

Indexfonds

Jetzt kommt das Kernelement, welches einen ETF auszeichnet. Ein ETF bildet einen bestimmten Index ab. Es gibt diverse Indizes, doch der bekannteste dürfte in Deutschland wohl der deutsche Aktienindex (kurz DAX) sein. Hierin sind die größten 30 Unternehmen Deutschlands gelistet. Das bedeutet, dass Du durch die Investition in einen ETF, der den DAX nachbildet, in alle 30 Unternehmen indirekt investierst. Bei 30 Unternehmen wäre es auch noch möglich die einzelnen Aktien jeweils zu kaufen, jedoch ist dies bei einer Diversifizierung auf über 1000 Unternehmen nicht mehr möglich. Bei Einzelinvestitionen sollten mindestens 2000 Euro pro Aktie investiert werden, da sonst der Anteil der Gebühren zu groß wäre. Beim DAX wären dies nur 60.000€, während bei einer breiteren Diversifikation schnell mehrere Millionen benötigt werden würden.

Natürlich ist es im Sinne der Diversifikation nicht besonders sinnvoll alleine nur in deutsche Unternehmen zu investieren. So kann es in einem Land auch mal für mehrere Jahrzehnte wirtschaftlich nicht so gut laufen. Das wäre bei den Investitionen sehr negativ, wenn Du über mehrere Jahrzehnte keine positive Rendite erzielst.

Anlageklassen

In meinen bisherigen Beispielen habe ich mich ausschließlich auf Aktien bezogen, da die ETFs hieran sehr gut beschrieben werden können. Mit ETFs kannst Du Dein Geld aber auch in Anleihen, Immobilien und Rohstoffe (z.B. Edelmetalle oder Nahrungsmittel) investieren.

Vor- und Nachteile eines ETFs

Ich denke, mit meinen Erklärungen dürftest Du den Begriff der ETFs jetzt schon viel besser verstehen. Nun möchte ich näher auf die Vor- und Nachteile eines ETFs eingehen.

Vorteile

Der größte Vorteil ist, dass Du bereits mit kleinen Summen breit diversifiziert in tausende Unternehmen investieren kannst. Zudem sind die Gebühren im Vergleich zu aktiven Fonds sehr gering. Die laufenden Kosten betragen hier etwa zwischen 0,2 und 0,7%. Ein weiterer Vorteil ist, dass Du im Vergleich zum aktiven Investieren deutlich weniger Arbeit hast, da Du nicht unterschiedliche Aktien bewerten musst. (das gleiche gilt auch für aktive Fonds, dort sind dafür die Gebühren zu groß)

Nachteile

Meiner Meinung nach gibt es nur zwei kleine Nachteile bei ETFs. ETFs haben im Gegensatz zu Aktien laufende Kosten, die die Rendite schmälern. Zudem kannst Du nicht frei auswählen, in welche Unternehmen Du investierst. Dies sind meiner Meinung nach aber nur Nachteile für Menschen, die Spaß an der Unternehmensanalyse haben und sich selbst ihr Portfolio zusammenstellen. Die laufenden Kosten werden meiner Meinung nach dadurch ausgeglichen, dass Du direkt weltweit diversifizieren kannst und Dich nicht selbst um den Aufbau kümmern musst.

Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteile

  • Hohe Diversifikation
  • Geringe Kosten
  • Wenig Arbeit

Nachteile

  • Keine freie Zusammenstellung
  • Laufende Kosten

Wenn jetzt noch Fragen bestehen, würde ich mich freuen diese jetzt oder in weiteren Artikeln zu beantworten.

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2 Kommentare

  • Das sehe ich genau so! Fondmanager, die ihre Daseinsberechtigung dadurch begründen, dass sie mit fremdem Geld herum experimentieren und ohne eigenes Risiko ihren Job finanzieren, sind im Prinzip völlig überflüssig. Wenn es schief geht, verweisen sie darauf, dass die Unberechenbarkeit der Märkte schuld sind. Das wissen wir auch ohne ihre angebliche Kunst.

    • finanziell-frei-mit-30.de

      Danke für die Zustimmung.
      Leider ist immer noch die Meinung vorhanden, dass erfolgreiche Geldanlage in irgendeinem Zusammenhang mit Wissen und Können steht.
      Wenn ein paar Basics berücksichtigt werden (nicht alles in eine Aktie oder ein Land investieren), spielt die weitere Anlagestrategie keine so große Rolle. Zumindest werden hierdurch nicht die immens hohen Kosten begründet, denn nach Berücksichtigung der Kosten stehen die aktiven Fonds ja noch viel schlechter da.

      Schöne Grüße

      Dominik

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